Der aktuelle Disput um die Finanzierung der zivilen Unterstützung für die Bundeswehr im Verteidigungsfall legt tieferliegende Konflikte im föderalen System offen. Während das Bundesinnenministerium auf flexible Einzelfallprüfungen und historisch gewachsene Aufgabenverteilungen pocht, sehen die Kommunen eine beunruhigende Kostenlawine auf sich zurollen und fürchten finanzielle Überforderung. Die Debatte gewinnt vor dem Hintergrund der veränderten europäischen Sicherheitslage und gestiegener Anforderungen an Katastrophenschutz und Verteidigung zunehmend an Brisanz – nicht zuletzt, weil zentrale Fragen ungeklärt bleiben: Wer entscheidet, was „Verteidigung“ ist, und wo beginnt schlichtweg „Sicherheitsvorsorge“ für alle? Hinzu kommt: Viele Kommunen klagen bereits über knappe Haushalte, gerade ländliche Regionen könnten durch zusätzlichen Erfüllungsaufwand besonders getroffen werden. Laut taz verteidigt die Bundesregierung ihren Operationsplan, sieht aber vor allem die Länder in der Pflicht, notwendige Mittel bereitzustellen. Der Spiegel berichtet von wachsendem Unmut und drohender Handlungsunfähigkeit bei Landräten aufgrund fehlender Bundeshilfen. Auf sueddeutsche.de ist zu lesen, dass neben der Finanzierungsfrage auch die praktische Umsetzung – etwa die Überprüfung von Notfallplänen oder der Ausbau von Infrastruktur – vielerorts ins Stocken gerät, weil die Rollenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen keineswegs klar geregelt ist. Insgesamt zeichnet sich ein komplexer Verteilungskampf ab, der weit über reine Kostenthemen hinausgeht.