Fragt man nach Problemlösungskraft, bleibt das Bild trübe. Gerade mal 14 Prozent schreiben Union oder AfD zu, Deutschlands (gefühlte) Dauerkrise im Griff zu bekommen, die Grünen bringen es wenigstens noch auf 8, die SPD auf mickrige 6 Prozent. Über die Hälfte – 52 Prozent – glaubt eh keiner Partei mehr.
Wirtschaftlich traut man dem Land auch nichts Gutes zu: 66 Prozent rechnen mit einer weiteren Talfahrt, ein sprichwörtliches Fünkchen Optimismus bleibt: 14 Prozent wittern eine bessere Zukunft, 18 Prozent erwarten gar nichts mehr (zumindest keine Veränderung).
Und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz? Seine Bewertung bleibt ein ziemlicher Tiefpunkt: Lediglich 14 Prozent sind mit ihm zufrieden, satte 84 Prozent eben nicht. Sogar aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik: Nur noch knapp die Hälfte der Unions-Anhänger steht hinter ihm. Bei Unterstützern der anderen Parteien sieht die Zustimmung noch düsterer aus – stichwortartig: SPD 18 zu 81, Grüne 10 zu 89, Linke 2 zu 96, AfD 1 zu 98 Prozent Zufriedenheit zu Unzufriedenheit.
Markus Söder steht als möglicher Ersatz auch nicht deutlich besser da – 25 Prozent halten ihn für geeigneter als Merz, 70 Prozent nicht. Lediglich in Bayern (41 Prozent) und bei eingefleischten CSU-Fans (53 Prozent) genießt er größere Sympathien. Hendrik Wüst aus NRW wird wenigstens von 39 Prozent für eher kanzlertauglich gehalten, 36 Prozent sehen das Gegenteil, der Rest will sich offenbar nicht festlegen. Sehr auffällig, wie hoch seine Werte in Nordrhein-Westfalen (60 Prozent) und bei Anhängern der Grünen (56 Prozent) ausfallen.
Die Zahlen fußen auf einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL Deutschland. Befragt wurden 2.501 Menschen zwischen dem 5. und 11. Mai 2026. Die repräsentative Auswahl bleibt natürlich immer ein wenig undurchsichtig – aber das ist eben der Blick ins aktuelle politische Wetter.
Die Forsa-Umfrage zeigt ein ungewöhnlich festgefahrenes politisches Stimmungsbild: Die AfD bleibt mit deutlichem Abstand vorn, während CDU/CSU keine Zugewinne verbuchen können und die Grünen leichte Verluste hinnehmen müssen. Besonders auffällig ist die hohe Zahl potenzieller Nichtwähler sowie das Misstrauen in die Problemlösungskompetenz der Parteien insgesamt – mehr als die Hälfte vertraut keiner Partei zu, zentrale Herausforderungen angemessen zu bewältigen. Kanzlerkandidat Merz bleibt in der Wählergunst abgeschlagen, seine innerparteiliche Unterstützung schmilzt ebenso wie die der anderen prominenten CDU/CSU-Politiker, während die wirtschaftlichen Erwartungen der Bevölkerung tendenziell negativ bleiben. Erweiterte Recherche ergab, dass in den letzten 48 Stunden mehrere große Medien – etwa "Die Zeit", "taz" und "Der Spiegel" – das fortwährende Hoch der AfD thematisieren. "Die Zeit" hebt hervor, dass demokratische Parteien zunehmend Schwierigkeiten bekommen, verlorenes Vertrauen der Bürger zu gewinnen und die grassierende Unzufriedenheit bezüglich der Inflation und Migration als Hauptgründe für den Rechtstrend gelten (Quelle: Die Zeit). Die "taz" berichtet, dass insbesondere jüngere Wähler sich von der Politik der etablierten Parteien entfremdet fühlen und dies der AfD Zulauf verschafft; eine extreme Polarisierung der Debatten werde als weiteres Risiko für die Demokratie gesehen (Quelle: taz). "Der Spiegel" analysiert die bundesweite Skepsis gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung; viele Menschen verbinden die Landespolitik direkt mit ihrer persönlichen Situation und schultern so ihren Unmut auf das gesamte politische Establishment ab, was neue Allianzen, aber auch neue Brüche erzeugt (Quelle: Spiegel).