AfD-Jugend in NRW als rechtsextremer Verdachtsfall im Visier

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat die Nachwuchsorganisation der AfD, genannt 'Generation Deutschland NRW', nun als rechtsextremen Verdachtsfall eingestuft. Laut Innenministerium gibt es deutliche Hinweise darauf, dass es sich eigentlich nur um die Neuauflage der früheren 'Jungen Alternative NRW' handelt. Die Führungsriege der Gruppierung zeigt kaum personelle Veränderungen, wie Innenminister Herbert Reul (CDU) anmerkt.

heute 11:21 Uhr | 6 mal gelesen

Reul bringt es recht unverblümt auf den Punkt: 'Da hat sich im Grunde nichts geändert. Wer glaubt, die Partei hätte mit diesem Namenswechsel irgendetwas an ihrer Grundstruktur gedreht, liegt falsch.' Der Verfassungsschutz spricht sogar davon, dass schlicht ein Etikett ausgetauscht wurde, das Innenleben aber dasselbe geblieben ist. Nach Maßgabe des Landesverfassungsschutzgesetzes ist damit die dauerhafte Beobachtung der Gruppierung verpflichtend. Konkret betrifft das in NRW jetzt nicht nur die Nachfolgeorganisation der Jungen Alternative – also die Generation Deutschland –, sondern auch verschiedene Strukturen, die dem als rechtsextrem geltenden 'Flügel' innerhalb der AfD zugerechnet werden. Dass Namen wenig bedeuten, wenn die Köpfe und Inhalte gleich bleiben, scheint einmal mehr offensichtlich zu sein.

Die seit Freitag vom Verfassungsschutz NRW beobachtete AfD-Jugendorganisation 'Generation Deutschland NRW' wird als potenziell rechtsradikal eingestuft, da sie die Linie und Personenstruktur ihrer Vorgängerorganisation 'Junge Alternative NRW' offenbar nahtlos weiterführt. Die rechtliche Grundlage für das Vorgehen findet sich im Landesverfassungsschutzgesetz, welches Behörden zur Überwachung bei entsprechenden Anhaltspunkten verpflichtet. Brandenburg, Thüringen und Sachsen hatten vergleichbare Entwicklungen, wo AfD-nahe Jugendorganisationen bereits früher als Verdachtsfälle geführt und intensiver überprüft wurden. Eine Recherche aktueller Pressemeldungen bestätigt, dass bundesweit ähnliche Beobachtungen und Analysen stattfinden: Medien weisen verstärkt auf die Strategie rechtsextremer Gruppierungen hin, sich nach offiziellen Verboten oder Beobachtungen einfach unter anderem Namen neu zu formieren. Auch in der politischen Debatte wächst der Unmut über die teils gezielte Irreführung durch Namensänderungen, was zu Forderungen nach einer Verschärfung der Kontrollmechanismen führt.

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