Israel und Libanon: Waffenstillstand kurzfristig verlängert

Die fragile Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon wird um drei Wochen ausgeweitet – das verkündete überraschend US-Präsident Trump. Ursprünglich sollte die Vereinbarung in Kürze auslaufen.

heute 06:25 Uhr | 4 mal gelesen

Das libanesische Gesundheitsministerium berichtet von drei weiteren Todesopfern infolge eines israelischen Luftangriffs. Präsident Trump lud unmittelbar nach seinem Treffen mit Delegationen beider Staaten zu weiteren Gesprächen ins Weiße Haus – Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsident Aoun werden erwartet. Trump zeigte sich recht optimistisch, dass noch dieses Jahr ein Friedensvertrag unterzeichnet werden könnte, was fast schon kühn klingt, wenn man die aktuelle Nachrichtenlage im Auge behält. Bei den Verhandlungen waren neben hohen Politikern auch beide Botschafter und Außenminister Rubio zugegen. Trotz der verlängerten Waffenruhe bleibt die Lage angespannt: Hisbollah-Milizen feuerten Raketen auf Nordisrael ab – laut eigenen Angaben als Reaktion auf angebliche Verstöße der Gegenseite gegen die Feuerpause. Das Militär Israels meldete, einige Geschosse abgefangen zu haben. Seit Ausbruch der jüngsten Gewaltwelle sind im Libanon über 2.450 Menschen getötet worden, mehr als eine Million Bewohner mussten ihre Wohnungen zurücklassen. Irgendwie fühlt sich diese kurze Atempause mehr nach einem Anhalten des Atems als nach Aufatmen an.

Die Auswirkungen der aktuellen, um wenige Wochen verlängerten Waffenruhe bleiben unklar: Menschenrechtsgruppen berichten weiterhin von Verstößen auf beiden Seiten, während internationale Vermittler versuchen, eine dauerhafte Lösung zu fördern. Laut Pressebeobachtungen (etwa aus der taz und FAZ) gibt es eine erhöhte Aktivität diplomatischer Kanäle, begleitet von kontinuierlichem Misstrauen im Grenzgebiet. Die Gespräche in Washington werden von Skepsis begleitet, viele Beobachter rechnen mit weiteren Zwischenfällen, solange keine wirkliche politische Annäherung erfolgt. In aktuellen Berichten der Süddeutschen Zeitung und Spiegel wird zudem auf die dramatische humanitäre Lage im Süden Libanons hingewiesen – vielerorts fehlt es an Strom, Wasser und medizinischer Versorgung. Israels Regierung gibt sich offiziell offen für Gespräche, doch lokale Medien (Krautreporter, The Local) berichten von Zweifeln innerhalb der Bevölkerung und Rückschlägen im Friedensprozess. Die erneute Eskalation trifft vor allem die Zivilbevölkerung; internationale NGOs versuchen, Hilfsgüter ins Krisengebiet zu bringen, sind jedoch durch die unsichere Lage eingeschränkt.

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