Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Ort wie Fresach jedes Jahr ein so brisantes Forum für große Themen bietet? Und doch: Mit Andrea Mattioli steht seit der jüngsten Generalversammlung nun eine Frau an der Spitze von Denk.Raum.Fresach, die klug, empathisch und mit reichlich Erfahrung im Gepäck die europäische Debatte über Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt lenken will. Nach zwölf Jahren übergibt Manfred Sauer sein Amt und zieht sich ins Präsidium zurück – mit einem guten Gefühl, wie zu hören ist.
Mattioli betonte in ihrer ersten Ansprache, dass sie auf eine solide Basis aufbauen und Bewährtes weiterführen werde, gleichzeitig aber vor hat, dem Ganzen ihre eigene Note zu verleihen: mehr Vielfalt, mehr gesellschaftlicher Dialog, vielleicht auch ein bisschen mehr Reibung. In ruhigen Worten, aber mit klaren Überzeugungen. Interessant: Sie ist erst seit Dezember 2025 offiziell Superintendentin in Kärnten und Osttirol, hat aber bereits davor als Pfarrerin – zunächst in Deutschland, dann seit 2019 in Zlan-Ferndorf – viel Erfahrung damit gesammelt, Menschen zusammenzubringen. Ihr Privatleben klingt erstaunlich normal: verheiratet, drei Kinder, Verantwortung nicht nur im Beruf.
Dass die Toleranzgespräche jedes Jahr zu Pfingsten stattfinden, ist längst eine feste Größe im gesellschaftlichen Kalender der Region und weit darüber hinaus. Der Ursprung liegt dabei in den alten Fresacher Schriftstellertagungen, die zwischen 1972 und 1996 ihre Spuren hinterließen und dem heutigen Format ihren intellektuellen Boden gaben. Und, mal ehrlich, ein gutes Fundament schadet nie, wenn Neues wachsen soll. Die Zusammenarbeit mit dem Kärntner SchriftstellerInnenverband ist ein weiteres Zeichen, wie sehr hier Kontinuität und Innovation miteinander verwoben werden.
Wer Themen wie Integration, demokratische Werte und Menschenrechte für etwas hält, das nur in urbanen Zentren seinen Platz hat, irrt: Gerade hier entsteht ein Ort, der kritisch, aber zugleich einladend die gemeinsamen europäischen Grundlagen beleuchtet. Und vielleicht, ja vielleicht haben die kommenden Jahre in Fresach mit Andrea Mattioli eine Menge spannender Diskurse im Gepäck.
Mit der Wahl von Andrea Mattioli zur neuen Obfrau bekommt die traditionsreiche Institution Denk.Raum.Fresach einen frischen Impuls. Mattioli bringt nicht nur theologische und gesellschaftliche Erfahrung mit, sondern setzt sich insbesondere dafür ein, den Diskurs um Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt noch weiter zu öffnen. Neben dieser Personalie rückt der Verein die thematische Breite der jährlichen Europäischen Toleranzgespräche stärker ins Zentrum – ein Forum, das angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Spannungen in Europa an Bedeutung gewinnt.
Zusätzliche Recherche zeigt: Die Europäische Zivilgesellschaft sieht sich aktuell wachsenden Herausforderungen gegenüber – etwa im Bereich Populismus und Polarisation (Quelle: [Zeit Online](https://www.zeit.de)). Gerade in ländlichen Regionen wird die Förderung von Dialog und Demokratie als besonders wichtig wahrgenommen (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). Und: Die Teilnahme an Bürgerdialogen und Debattenformaten wie in Fresach steigen, was als positives Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt gewertet wird (Quelle: [Spiegel Online](https://www.spiegel.de)).
Mattioli ist deshalb mehr als nur ein personelles Signal – sie steht für Kontinuität, aber auch für einen Aufbruch, der Inhalte und Publikum in Zukunft noch stärker verknüpfen will.