Annette Frier bricht Tabus: Wechseljahre, Witz und wahre Solidarität

In einem aufschlussreichen Gespräch mit der "Apotheken Umschau" berichtet Schauspielerin Annette Frier, wie sie den Wandel durch die Menopause in ihrer Comedyserie ganz und gar unkonventionell ins Rampenlicht rückt.

vor 58 Minuten | 14 mal gelesen

Es ist manchmal schon verrückt: Da steht man als Schauspielerin am Set, ringt noch mit einem erfundenen 'Hitzewallung'-Drehbuchmoment – und schwupps, bekommt man das echte Pendant in die Realität serviert. So ging es Annette Frier, als sie mit ihrer Schwester Caro für die erste deutsche Comedyserie rund um die Wechseljahre vor der Kamera stand. "Frier und 50" – allein der Name lässt schon ahnen, dass hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Klar, der 'Koller' über das gekünstelte Drehbuch war schnell vergessen, als das Leben selbst mitspielte. Wechseljahre, dieses Wort klingt in deutschen Ohren meist nach Verlust und Abschied – nicht gerade nach Party. Aber Moment: Frier geht noch einen Schritt weiter und wirft einen ganz anderen Blick auf diese Lebensphase. Sie beschreibt die Zeit als persönliches "Update" (mal ehrlich, wer wünscht sich nicht manchmal einen Neustart-Knopf?), die einerseits Unsicherheiten bringt, andererseits aber auch Lust auf Neues, auf Spaß und Unvorhergesehenes. Spätestens, wenn Frier erklärt, selbst "viel mehr Bock auf Abenteuer" zu haben, wird das triste Bild von Hormonumstellung ordentlich aufgemischt. Für ihre Serie konnte die Kölnerin Kolleginnen wie Barbara Schöneberger, Cordula Stratmann und Bettina Lamprecht gewinnen – übrigens, so Frier, nicht weil die Damen Kohle oder Ruhm wollten, sondern weil irgendetwas anderes da war. Teamgeist? Freude am Thema? Wer weiß. Gut, Wechseljahre als Comedy – das finden sicher nicht alle lustig. Aber Frier ist überzeugt: "Wenn es wirklich Humor hat, fühlt sich niemand auf den Schlips getreten – egal, wie kritisch oder feministisch die Zuschauerin ist." Humor macht eben die meisten Türen auf. Noch Fragen? Das komplette Gespräch gibt’s im aktuellen Heft oder online nachzulesen.

Annette Frier nutzt die Bühne ihrer Comedyserie "Frier und 50", um den Wechseljahren die Schwere zu nehmen – ein Thema, das gesellschaftlich nach wie vor mit Vorurteilen behaftet ist. Ihr Ansatz: Mit Humor und Ehrlichkeit enttabuisiert sie die Menopause, spricht über eigene Unsicherheiten und wandelt das ursprünglich negativ besetzte Lebensabschnitt in eine Phase neuer Möglichkeiten um. Dazu bringt sie bekannte Frauen aus der Comedyszene zusammen, die gemeinsam zeigen: Mit Solidarität, einem Augenzwinkern und der Bereitschaft, offen über Wandel zu reden, lässt sich der Umbruch ganz anders erleben. // Recherche-Update: In aktuellen Artikeln wird berichtet, dass Comedy zunehmend genutzt wird, um lange Zeit stigmatisierte gesellschaftliche Themen – darunter auch weibliche Gesundheit und Wechseljahre – zu beleuchten. Insbesondere im deutschen Fernsehen und auf Streamingplattformen erhalten Formate, die vermeintlich schwierige oder tabuisierte Lebensphasen humorvoll aufarbeiten, mehr Beachtung und positive Zuschauerresonanz. Parallel dazu wächst auch ein kritischer Diskurs über die Darstellung von Frauen im mittleren Lebensalter, wobei Stimmen aus der Medienforschung anmerken, dass diese Formate – trotz aller Fortschritte – weiterhin mit Stereotypen ringen und Aufklärung noch in den Kinderschuhen steckt.

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