Apotheken stehen auf: Deutschlandweiter Protesttag bringt Zehntausende auf die Straße

Deutschlandweit blieben Apotheken am Protesttag geschlossen, zehntausende Apotheker und Helfer zeigten Flagge in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Das Signal an die Regierung ist nicht zu überhören: Apotheken am Limit, drohendes Apothekensterben – es ist fünf vor zwölf. ABDA-Präsident Thomas Preis betont, wie bitter notwendig höhere Honorare sind, damit die Versorgung nicht weiter aus dem Takt gerät.

heute 18:59 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal braucht es einen lauten Weckruf, und der 23. März 2024 war definitiv einer. Die Mitgliederversammlung der ABDA stimmte dem Protesttag zu, landauf, landab wurden Apotheken zur Schließung angehalten. In vier deutschen Metropolen folgten viele diesem Aufruf, die sonst so nüchtern und ruhig auftretenden Apothekenteams zogen lautstark durch die Straßen: Berlin zählte rund 6.000 Apothekermenschen, München knapp 3.500, Hannover sogar 5.000, während Düsseldorf mit um die 10.000 Demonstrierenden den Rekord hielt. Auf den Gesichtern war die Mischung aus Ärger, Erschöpfung und auch einer Art Galgenhumor zu erkennen: Wenn Politik ewig zaudert, hilft irgendwann nur noch das kollektive Nein. Im Hintergrund liefen die Vorbereitungen: Über 150.000 Protestplakate und Flyer, sprichwörtlich Klatschpappen und Trillerpfeifen, bestanden den Praxistest. Die Online-Petition gegen das Apothekensterben sammelte fast 100.000 Unterschriften, was selten eine Apotheke schaffte – jedenfalls auf digitalem Wege. Hinter all dem steht ein klares Ziel: Mehr Wertschätzung, jährlich nachverhandelbares, faireres Honorar und ein Ende des Stillstands, bevor noch mehr Apotheken für immer die Rollläden runterlassen. Preis brachte es auf den Punkt: 'Nähe zur Apotheke ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit mehr – und wird es bald noch weniger sein, wenn die Politik weiter wegsieht.'

Am 23. März 2024 schlossen Zehntausende Apotheken bundesweit ihre Türen und demonstrierten in mehreren Großstädten für mehr finanzielle Unterstützung und faire Bedingungen. Auslöser für die Proteste ist ein seit Jahren stagnierendes und als zu niedrig empfundenes Apothekenhonorar. ABDA-Präsident Thomas Preis fordert ein Ende dieser Honorar-Lähmung und jährliche Gespräche über eine Anpassung – prominente Unterstützung und breite mediale Aufmerksamkeit machten den Aktionstag, nicht zuletzt dank fast 100.000 Online-Unterschriften, zu einem deutlichen politischen Signal. Neuste Entwicklungen zeigen, dass die Bundesregierung die Themen Apothekensterben und Gesundheitspolitik stärker adressiert. Die Ampelkoalition wurde zuletzt durch eine kleine Anfrage aus der Opposition erneut dazu aufgefordert, konkrete Maßnahmen zum Erhalt der Apothekenlandschaft vorzulegen. Ferner berichten mehrere Medien, dass Bürger und Patienten zunehmend Probleme bei der Medikamentenversorgung beklagen, besonders in ländlichen Regionen. Viele fordern unkomplizierte Lösungen und betonen die wichtige Rolle der wohnortnahen Apotheke für eine funktionierende Gesundheitsversorgung.

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