Armin Laschet nimmt Söders Aschermittwochs-Scherz gelassen
Armin Laschet, der ehemalige CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat, zeigt sich unbeeindruckt vom Aschermittwochs-Witz, den CSU-Chef Markus Söder über seine äußerliche Ähnlichkeit mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gemacht hat. Statt Groll zu hegen, demonstriert Laschet Humor – und selbstironische Gelassenheit.
heute 15:00 Uhr | 2 mal gelesen
Armin Laschet und Markus Söder kennen sich lange genug, um sich gegenseitig zu foppen – so klingt es fast schon nach einem eingespielten Ritual, als Laschet die jüngste Stichelei aus Bayern kommentiert. Nach einem Treffen in der bayerischen Staatskanzlei hätten sie sogar gemeinsam ein Selfie gemacht und einen augenzwinkernden Tweet zur angeblichen Verwechslungsgefahr gepostet. Dass er mit Boris Pistorius verwechselt wurde, findet Laschet offenbar eher amüsant als ärgerlich. "Wir frotzeln schon seit Jahren miteinander", merkt er gegenüber der 'Rheinischen Post' an und lässt damit durchblicken: Politisches Kabarett gehört zum Alltag. Die Fähigkeit, über sich selber zu lachen, betrachtet Laschet als sympathisch und durchaus erstrebenswert. Söder hatte in Passau nämlich das Publikum mit folgenden Worten amüsiert: Er habe sich lange mit Laschet unterhalten, gelacht und geredet – nur um am Ende zu merken, es sei doch Boris Pistorius gewesen. Ein Scherz nach altem Aschermittwochs-Brauch, der schon so manch eisernen Politiker zum Lachen gebracht – oder verstimmt hat. Diesmal aber heißt es aus Düsseldorf: Keine Spur von Verstimmung. Dafür ein Beispiel, wie ein winziger Seitenhieb zur leichten Episode in der politischen Öffentlichkeit werden kann.
Laschet sieht den Seitenhieb von Söder sportlich – was auffällt, ist seine entspannte Art, solche Scherze zu nehmen und ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Tradition des politischen Aschermittwochs ist in Süddeutschland ohnehin geprägt von Humor, überspitzten Angriffen und gelegentlicher Selbstironie; dass Markus Söder gerne auch mal unter die Gürtellinie zielt und dabei Kollegen wie Laschet humorvoll ins Visier nimmt, ist bekannt. Interessant ist, dass Laschets Reaktion als Zeichen einer notwendigen Entkrampfung der deutschen Politik gelesen werden kann, denn nicht jeder seiner Vorgänger hätte nach einer öffentlichen Verwechslung diese Gelassenheit bewiesen. In aktuellen Medien wird betont, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten Raum für Zwischentöne und Wortwitz zu lassen – ein Gedanke, der durch Laschets entspannte Antwort so deutlich wird wie selten.