Der Sprecher des Auswärtigen Amtes drückte sich auf der jüngsten Pressekonferenz eher vorsichtig aus: Nach dem Tod des alten Revolutionsführers und dem Aufstieg seines Sohnes, Modschtaba Chamenei, rechnet die Bundesregierung nicht mit großartigen Veränderungen in der iranischen Politik. Ja, Kontinuität – ein beinahe schon ironisches Stichwort angesichts all der Unruhe im Land. Für den „weiteren Kurs des Regimes“ werde es laut Berlin also vermutlich keine echten Kurswechsel geben. Eigenartig eigentlich, wie oft dieses Fünkchen Hoffnung auf Wandel auf internationalem Parkett aufblitzt – und dann doch wieder verpufft. "Wir haben mehrfach klargemacht", so betont man im Ministerium wiederholt, "dass das iranische Volk letztlich selbst bestimmen sollte, wer das Land lenkt und wohin es steuert." Die Realität allerdings: Weder in der Vergangenheit noch jetzt beim jüngsten Nachfolgerwechsel wurde diese Wahl dem Volk wirklich eingeräumt – eine unverändert missliche Lage. Vielleicht ist das schon eine traurige Art von Beständigkeit, wenn der Wechsel an der Spitze am System selbst nichts rüttelt.
Der Iran steht nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei und der nachfolgenden Einsetzung von Modschtaba Chamenei an einem scheinbaren Scheideweg – doch das Auswärtige Amt rechnet weder mit politischen Reformen noch mit einem Kurswechsel der Nachrichtenlage zufolge. Die politische Führung wird in gewohnter Manier hinter verschlossenen Türen weitergegeben, und aus Berlin gibt es einmal mehr die alte Mahnung, dass die iranische Bevölkerung keine echte Mitsprache über ihre künftige Führung habe. Auch in den internationalen Medien wird kaum von einer möglichen Öffnung oder Reform berichtet; stattdessen dominiert der Eindruck, dass das Land an seinen autoritären Strukturen festhält und die Macht der Eliten weiterhin zementiert ist. Neuere Artikel betonen die zunehmende Innenpolitik der Repression und Überwachung durch das Regime, während außenpolitisch Sanktionen und Isolierung anhalten. Das Risiko für Proteste bleibt hoch, auch wenn sich viele Iraner zunehmend in Frustration oder Resignation zurückziehen.