Autobahnen trotzen Hitzewelle: Verkehrsminister sieht geringe Gefahr für Schäden

Patrick Schnieder, Chef des Bundesverkehrsministeriums, bleibt trotz der anhaltenden Hitze in Deutschland gelassen: Er erwartet keinen massiven Anstieg von Fahrbahnschäden auf Autobahnen.

vor 48 Minuten | 1 mal gelesen

Interessanterweise ist das Problem der Hitzeschäden – im Fachjargon 'Blow-ups' genannt – laut Minister Schnieder längst nicht mehr so brisant wie früher. Jahrelange Sanierungen und technischer Fortschritt in Sachen Bauweise haben dafür gesorgt, dass heute die meisten Fahrbahnen besser gegen die Temperaturspitzen gewappnet sind. Dreh- und Angelpunkt sind vor allem die alten Betonstrecken, die noch mit tragischer Regelmäßigkeit unter Hitzewellen litten. "Wir haben mit Prävention, Monitoring und Modernisierung große Fortschritte gemacht – die Autobahn GmbH kontrolliert die kritischen Abschnitte mittlerweile eng und reagiert bei Bedarf blitzschnell", betont Schnieder. Ganz restlos beruhigt kann man freilich nicht sein. Gerade Asphalt neigt bei Hitze dazu, sich regelrecht zu verflüssigen, während Beton bei rund 30 Grad und aufwärts gefährliche Verwölbungen entwickeln kann. Der Donnerstag lieferte mit der Sperrung der A2 – zwischen Burg-Ost und Burg-Zentrum – direkt dafür ein Beispiel. Die pralle Hitze, so sagen die Wetterdienste, wird sich weiter verschärfen. Laut Klimaforscher:innen ist vor allem der Klimawandel der Schuldige: Hitzewellen nehmen zu, werden intensiver. Gut zu wissen: Etwa 70 Prozent der deutschen Autobahnen sind mittlerweile asphaltiert. Wieviel das tatsächlich bringt, wird die Zeit zeigen.

Schnieder geht davon aus, dass umfangreiche Vorsorgemaßnahmen größere Hitzeschäden auf Autobahnen auch in diesem Sommer unwahrscheinlich machen. Kritische Betonstrecken sind zunehmend saniert oder ausgetauscht, und engmaschige Kontrollen sollen das Restrisiko minimieren. Dennoch bleibt Hitze gerade für Asphalt oder noch nicht modernisierte Streckenstellen eine Gefahr – aktuelle Sperrungen wie auf der A2 unterstreichen das. Die andauernde Hitzewelle betrifft aber nicht nur die Fahrbahnen: Laut Deutschem Wetterdienst dehnt sich die massive Wärmebelastung aktuell über das ganze Bundesgebiet aus, mit teils extremer Intensität. Der Weltklimarat macht klar: Solche Wetterlagen werden durch Erderwärmung langfristig zunehmen, und die Infrastruktur bleibt weiter gefordert, sich daran anzupassen. Zusätzlich berichten Fachverbände wie der ADAC immer wieder über punktuelle Ausfälle, auch wenn das Gesamtsystem stabil wirkt.

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