Boris Palmer bei Filmpremiere: Warum Deutschlands Genehmigungsdschungel den Wandel ausbremst

Bauen, sanieren, die Energiewende meistern – auf dem Papier ist Deutschland vorne dabei. In der Realität hingegen scheitern selbst die besten Pläne an unerbittlichen Verfahren und undurchdringlicher Bürokratie. Genau darum dreht sich der neue MIRO-Film „Was nützen Scheine ohne Steine?“ Der Streifen feiert am 15. April 2026 sein Debüt in Stuttgart – mit Bürgermeister Boris Palmer mitten im Geschehen.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Lähmende Aktenstapel statt Baggerschaufeln

Schneller bauen, effizienter modernisieren – klingt wie ein Mantra aus jedem Wahlkampf. Doch tatsächlich haben endlose Antragswege, kafkaeske Gesetzeslagen und der lähmende Papierverkehr viele Vorhaben schon ausgeknockt, bevor sie überhaupt loslegen konnten. Das fängt bei neuen Brücken an und endet nicht selten bei Schultoiletten.

Regisseur Søren Eiko Mielke nimmt in seinem Film ein Thema aufs Korn, das oft niemand hören will: Überzogene Vorgaben, die Entwicklern, Unternehmen und Bauleitern das Leben rauben. Thorsten Frei, Chef des Kanzleramts, bläst ins gleiche Horn und fordert weniger Ballast. Cem Özdemir, bald wohl Taktgeber in Baden-Württemberg, bringt es locker auf den Punkt: In Deutschland dauern Papierschlachten oft länger als ein Rohbau. Das habe sich der Staat nicht mehr zu leisten.

Alltag zwischen Überdruss und Aufbruch

Nicht nur Politiker kommen zu Wort. Leute aus dem Alltag sprechen offen über Frust, aber auch Hoffnung. Bauunternehmer, Verwaltungsleute, Planer – sie verbinden klare Analysen mit handfesten Reformimpulsen. Die Palette reicht vom resignierten Kopfschütteln bis zu praktischen Vorschlägen: Weniger Schranken, mehr Mut zur Lücke, klare Ansprechpartner!

Zentral auf der Kinobühne: Boris Palmer, Tübingens Oberbürgermeister und bekennender Querulant in Sachen Verwaltung. Wer Palmer kennt, erwartet weniger Schweigen und mehr Streitlust – und so dürfte die Diskussion über den Film hinausgehen.

Mit „Was nützen Scheine ohne Steine?“ landet MIRO einen Nerv: Das Thema ist hochpolitisch, wirkt aber oft wie Staub in alten Aktenordnern. Der Film holt es in die Gegenwart und fragt: Geht das so weiter? Oder ist Deutschlands Bürokratie am Ende zu teuer – im wahrsten Sinne?

Einladung für Medienvertreter:

Premiere: „Was nützen Scheine ohne Steine?“ (mit Boris Palmer, MIRO-Präsident Christian Strunk und Regisseur Søren Eiko Mielke)

Mittwoch, 15. April 2026, 11 Uhr (Einlass ab 10:30 Uhr, Ende ca. 12:15 Uhr)

EM-Innenstadtkino, Saal EM2, Bolzstr. 4, Stuttgart Zentrum

Kontakt für Presse:

Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. – MIRO
Susanne Funk (Leitung Politik & Kommunikation)
Tel.: 030 2021 5660
berlin@bv-miro.org
Sascha Kruchen (Presse)
Tel.: 0171 8139799
kruchen@bv-miro.org
www.bv-miro.org

Quelle: Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. über news aktuell

http://ots.de/5f6650

Der Film „Was nützen Scheine ohne Steine?“ rückt das Problem der überbordenden deutschen Bürokratie ins Rampenlicht – in einem Bereich, bei dem es buchstäblich um Grund und Boden geht: Bauen, Infrastruktur, Klimawende. Prominente wie Kanzleramtschef Thorsten Frei und Cem Özdemir, künftiger Ministerpräsident in Baden-Württemberg, lehnen sich aus dem Fenster und fordern lauter Vereinfachung, weniger Hürden, schnelleres Handeln – alles, was bislang im Takt der Bürokratie verhungert. Am deutlichsten wird es aber, wenn Praktiker sprechen: Menschen, die täglich mit Papierstapeln, Paragrafen und Vorschriften kämpfen, zeigen, wie dringend echte Veränderungen gebraucht werden – auch weil der internationale Vergleich Deutschlands Rückstand schonungslos aufdeckt. Laut aktuellen Berichten in etwa der "Zeit" und „FAZ“ droht durch die schleppende Umsetzung von Infrastrukturvorhaben nicht nur eine Gefährdung der deutschen Klimaziele, sondern auch handfester wirtschaftlicher Schaden: Digitale Anträge, schnellere Prüfverfahren und weniger bundesland-abhängige Regelungen gelten als Hoffnungsschimmer – aber der Weg dahin ist steinig. Erst jüngst diskutierten zahlreiche Experten auf einem von der Süddeutschen Zeitung organisierten Panel über das Thema; dabei wurde deutlich, dass viele Behörden und Bauunternehmen längst auf der Suche nach Abkürzungen sind, teils mit Pilotprojekten für schnellere Genehmigungsprozesse. Zudem wird über Bundesrat und Bundestag in diesen Tagen ein sogenanntes "Bürokratieentlastungsgesetz IV" beraten, das Verzahnungen zwischen Ländern und Kommunen verbessern und sowohl Planung als auch Digitalisierung beschleunigen soll. Allerdings melden Praktiker Zweifel und warnen vor halbherzigen Kompromissen, wie einige Stimmen bei DW und Spiegel betonen. Einigkeit herrscht: Wenn Deutschland nicht endlich abspeckt, bleibt der Fortschritt auf der Strecke.

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