Boris Pistorius bleibt Publikumsfavorit im Kabinett

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist laut einer aktuellen Umfrage praktisch der Einzige, mit dessen Kurs eine Mehrheit der Deutschen wirklich etwas anfangen kann.

heute 10:37 Uhr | 2 mal gelesen

Das Marktforschungsinstitut Ipsos hat am Freitag neue Zahlen veröffentlicht, die ein ziemlich ernüchterndes Licht auf das Ansehen der Bundesregierung werfen. Unter den befragten Wahlberechtigten gibt es praktisch nur einen Minister, der es auf Zuspruch bei mehr als der Hälfte bringt: Boris Pistorius. Immerhin 51 Prozent finden, er macht seinen Job ordentlich – was immerhin heißt, dass auch knapp jeder Zweite eher skeptisch ist. Das restliche Bundeskabinett wird deutlich kritischer beurteilt. Auf den nächsten Plätzen rangieren Außenminister Johann Wadephul (32 Prozent), Innenminister Alexander Dobrindt (31 Prozent) und Kanzleramtschef Thorsten Frei (30 Prozent) – allesamt nur mit einem knappen Drittel Zufriedenheit. Danach folgen Bärbel Bas, Lars Klingbeil, Stefanie Hubig und Dorothee Bär, deren Werte meistens unter der 30-Prozent-Marke liegen. Der Reihe nach: Viele Ressorts wie Landwirtschaft, Verkehr oder Digitales teilen sich ähnliche, eher mäßige Zahlen. Überraschend abgerutscht ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der es mit 25 Prozent kaum noch ins Mittelfeld schafft – und damit schlechter da steht als etliche Fachministerinnen. Das Schlussfeld bilden Ministerinnen aus Bereichen wie Bau, Entwicklungshilfe, Wirtschaft und Gesundheit, wo teils nur noch jeder Fünfte halbwegs zufrieden ist. Insgesamt kommt die Ampel-GroKo auf magere 24 Prozent Zustimmung, während satte 76 Prozent sagen, sie seien unzufrieden. Die Daten basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung, bei der zwischen 27. Februar und 1. März 2026 insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland teilnahmen.

Die Zufriedenheit mit der Regierung ist auf einem Tiefpunkt. Lediglich Boris Pistorius genießt bei der Mehrheit Rückhalt, während der Rest des Kabinetts und vor allem Kanzler Merz deutlich an Zustimmung verloren haben. Auffällig dabei: Selbst in krisenhaften Zeiten, in denen Führung gefragt ist, bleibt eine breite Unterstützung aus – das Vertrauen der Bevölkerung bröckelt weiter. Zusätzlich zu dieser Stimmungslage gibt es jüngere Umfragen und Analysen, die eine ähnliche Politikmüdigkeit bei den Bürgern feststellen. Beispielsweise berichten aktuelle Medien wie der Spiegel davon, dass auch außerhalb von Umfragen die Bundesregierung mit wachsender Kritik konfrontiert wird – sowohl aus der Wirtschaft als auch vom politischen Wettbewerb. Einige Kommentatoren stellen in Frage, ob der aktuelle Kurs des Kabinetts langfristig überhaupt tragfähig ist, während andere den relativen Erfolg von Pistorius auf dessen pragmatische Kommunikation und ein entschlossenes Auftreten zurückführen. Auch der Krieg in der Ukraine und die Debatten um die Bundeswehr haben Pistorius zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit verschafft. Eine spürbar konstante Führungsverantwortung wird der Bundesregierung insgesamt derzeit aber nicht zugetraut.

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