Reiches Fünf-Punkte-Konzept: Industrie am Wendepunkt unterstützen

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin der CDU, unterstreicht angesichts globaler Unsicherheiten, wie unverzichtbar eine kräftige Industrie für Deutschland und Europa ist. Am Freitag rief sie in Berlin dazu auf, bestehende Gräben zwischen Politik, Unternehmen und Gewerkschaften zu überwinden, um gemeinsam für den Industriestandort einzustehen.

heute 10:37 Uhr | 2 mal gelesen

Wer heute über Industrie in Deutschland spricht, landet schnell bei Begriffen wie Wettbewerbsfähigkeit, Innovation oder schlicht: Überleben im rauen Wind des Weltmarktes. Reiche hat sich daher auf fünf dringliche Baustellen festgelegt. Erstens werde man die Standortbedingungen aufpolieren müssen – sie spricht von günstigeren Energiepreisen, entschlackter Bürokratie und moderateren Vorschriften, was mittlerweile wie ein Stoßgebet vieler Wirtschaftstreibender klingt. Dann die Sache mit den Fachkräften: Ohne qualifizierte Leute – und da meint sie nicht nur Doktortitel, sondern auch Azubis und tüchtige Facharbeiter – bleibt ansonsten jeder Industrie-Traum ein Luftschloss. Die duale Ausbildung solle weiter gestärkt, MINT-Fächer attraktiver gemacht werden, so der Plan. Punkt drei: Moderne Technologien und Innovationen gehören viel schneller ins Werk als bislang, von KI bis Automatisierung. Die Abhängigkeit von Lieferketten? Ein zu großes Risiko, findet Reiche; mehr Diversität und Alternativen sollen hier her. Last but not least muss Europa besser zusammenarbeiten: Handelshemmnisse runter, Binnenmarkt nutzen, die alten Schlagworte – aber vielleicht braucht es sie heute dringender denn je. Reiche betont, dass Deutschland sich an einem entscheidenden Moment befindet. Umsätze sinken, Insolvenzen häufen sich; umso wichtiger sei es jetzt, die Weichen für eine zukunftsfähige Industrie zu stellen. Kein leichtes Unterfangen, jedoch – und das klingt dann fast schon kämpferisch – auch eine Chance.

Nur wenn es gelingt, Standortbedingungen, Fachkräftesicherung, Innovation und widerstandsfähige Lieferketten in Einklang zu bringen, bleibt die deutsche Industrie international wettbewerbsfähig. Besonders der beschleunigte Einsatz von Zukunftstechnologien wie KI, stärkeres Engagement für Bildung und eine Diversifizierung von Abhängigkeitsstrukturen sind laut Reiche zentrale Aufgaben. Ihre Initiative steht im Kontext einer seit Monaten intensiven Debatte über stagnierende Produktion, hohe Energiepreise und die Furcht vor einer Deindustrialisierung. Nach aktuellen Medienberichten wird die Lage weiterhin als kritisch beurteilt: In der deutschen Wirtschaft herrscht erhebliche Unsicherheit, insbesondere weil die angekündigte Entbürokratisierung und die Energiepreisentlastung bisher nur schleppend umgesetzt werden. Zudem warnt die Industrieverbandspräsidentin Karen Pittel, dass die Innovationsdynamik dringend gestärkt werden müsse, da Deutschland im internationalen Ranking an Boden verliert.

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