Wenn man ehrlich ist, rechnet nicht jeder auf dem Land mit architektonischen Experimenten. Aber in Alzenau – das irgendwo zwischen Weindörfern und der Burg, die jedes Jahr zum Sommerfest ruft, liegt – passiert hin und wieder Seltsames. Die neue Kita zum Beispiel: Sie ist ein L-förmiger Hybrid und schmiegt sich mit ihrem bronzefarbenen Mantel in eine Landschaft, die Fortschritt oft hinter historischen Mauern versteckt. Zwei Wünsche wollten erfüllt werden: Erstens sollte dort Raum für Kinder entstehen, der tatsächlich nach mehr als bloß Aufbewahrung aussieht. Zweitens braucht eine moderne Kita auch Menschen, die sie betreiben – und diese wiederum können Wohnraum gebrauchen. Klingt logisch, wird aber im deutschen Förderdschungel mal schnell zu einem Geduldspiel. Theo und Claudia Härtner, ein Architektenpaar mit einer Schwäche für scheinbar sperrige Kommunalbürokratie, wagten es trotzdem.
Das Gebäude verbindet recycelten Beton, massives Holz und – ganz augenscheinlich – etwa 3.500 Bronzerauten aus Aluminium. Diese glänzen nicht nur, sondern schlucken den energiehungrigen Ruf herkömmlicher Fassaden und geben stattdessen nachhaltige Antworten: Leicht, robust, und zu 87% aus recyceltem Material. Interessant – PREFA, der Hersteller, wirbt mit Kreislaufwirtschaft wie andere mit Siegeln. Vor Ort merkt man es direkt: Selbst die Rauten montierte die erfahrene Spenglerei ASA Schüßler so passgenau, dass Wasser elegant abläuft und selbst dort, wo Erker plötzlich in Dachflächen auslaufen, die Optik stimmt.
Wer sich Architekturprosa erhofft, wird vielleicht enttäuscht. Aber handwerklicher Pragmatismus und Weitblick kann eben auch schön sein. Sieben Gruppenräume gibt es nun – samt Verstecken, Spielzonen und hellem Tageslicht. Daraus entsteht ein Gebäude, das keine Schranken zieht zwischen Kindheit, Wohnen und nachhaltigem Lebensstil. Übrigens: Ausgerechnet Franken, wo Nachhaltigkeit oft nach „haben wir schon immer so gemacht“ klingt, zeigt sich hier sehr modern. Und ja, Fehler gab’s auf dem Weg natürlich auch, doch sie wurden zu Lösungen. Irgendwie typisch – für die Region, aber vielleicht auch für Projekte, die ein bisschen mehr wollen als das Erwartbare.
Die neue Kita in Alzenau ist mehr als ein Tagesaufbewahrungsort für Kinder: Das L-förmige Hybridgebäude vereint Bildung, Wohnraum und Umweltanspruch auf originelle Weise. Die Aluminiumfassade aus PREFA-Rauten dient nicht nur als ästhetisches Statement, sondern steht auch für ein umweltfreundliches Bekenntnis – immerhin bestehen die Fassadenelemente zu 87 Prozent aus recyceltem Aluminium. In puncto Nachhaltigkeit punktet zudem die Kombination aus Recyclingbeton und Holz im Bau selbst: Der Strom, der in der Herstellung am PREFA-Standort eingesetzt wird, stammt überwiegend aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse, und 99% des hergestellten Abfalls fließen zurück als Rohstoff in die Produktion. So wurde in Alzenau ein Gebäude geschaffen, das ökologische Ziele, soziale Verantwortung (Stichwort: Mitarbeitendenwohnungen) und innovative Architektur miteinander verwebt – ein Beispiel, das in einer Phase akuter Wohnraumnot und Klimakrise Signalwirkung entfaltet.
Ergänzende Recherche: Das Projekt reiht sich in einen bundesweiten Trend ein, Bildungsinfrastruktur nachhaltiger und flexibler zu denken. Angesichts steigender Energiepreise und zunehmender Klimavorgaben setzen immer mehr Kommunen auf zirkuläres Bauen, innovative Fassaden und hybride Gebäudenutzungen. Hersteller wie PREFA investieren mittlerweile gezielt in Recyclingtechnologien und Gebäudezertifizierungen, um die Wünsche nach Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit zu bedienen, was nicht zuletzt auch Fördermittel und gesellschaftliche Akzeptanz sichert.