Ehrlich gesagt, der Berliner Stromausfall hat wohl nicht nur ein paar Ampeln lahmgelegt, sondern auch gezeigt, wie empfindlich unser Alltag an der sogenannten kritischen Infrastruktur hängt – insbesondere beim Geld. Nagel legt Wert darauf, dass die Bundesbank ihr Hausaufgabenheft nicht einfach ad acta legt, sondern Krisenarien immer wieder praktisch durchgeht. Filialen in Deutschland? Im 75-Kilometer-Takt verteilt, und jede füttert die Umgebung mit Bargeld, selbst wenn der Strom mal flöten geht. Notstromaggregate sind selbstverständlich, große Filialen mit ordentlich Personal abgesichert – manchmal kann man nicht anders als an eine Feuerwehr denken, nur eben für Scheine und Münzen. Sollte eine Filiale tatsächlich ausfallen, könne man dennoch deutschlandweit weiter Bargeld unters Volk bringen. Detaillierte Pläne, regelmäßige Übungen und sogar ein Satellitentelefon im Chefzimmer – klingt fast wie ein actiongeladener Katastrophenfilm, aber eben nüchtern umgesetzt. Ein Seitenhieb auf seine eigene Branche ist auch dabei: Die starke Bargeldabhängigkeit sei größtenteils hausgemacht; Nagel sieht es fast schon als überflüssig. Seine Vision: Ein digitaler Euro, immer verfügbar im digitalen Portemonnaie, der selbst bei Netzausfall noch funktioniert. Das könnte nicht nur die krisenfeste Reputation der Bundesbank stärken, sondern auch das Vertrauen ins System mehren – auch wenn es im Moment noch ein bisschen nach ferner Zukunft klingt.
Joachim Nagel beschreibt die Bundesbank als bestens vorbereitet auf Notfälle, betont jedoch, dass die starke Fokussierung auf Bargeld nicht selbstverständlich sein müsse. Die Bank setzt auf technische Ausstattung und klare Krisenpläne, um die Bargeldversorgung auch bei großflächigen Ausfällen zu garantieren, während parallel schon an den digitalen Alternativen – wie dem digitalen Euro – gearbeitet wird. Laut aktuellen Medienberichten wird in Deutschland tatsächlich intensiv über neue Wege der Krisenresilienz und Digitalwährungen debattiert; im Hintergrund steht die fortlaufende Diskussion, wie sich Zahlungsverkehr, Banken und Bürger auf eine zunehmend unvorhersehbare Welt einstellen können. Nagel steht mit dieser Positionierung im Einklang mit anderen europäischen Zentralbanken, die sich für mehr Digitalität einsetzen. Die laufende Entwicklung hin zum digitalen Euro erlangte zuletzt internationalen Rückenwind, da durch gezielte EU-Regulierung der Weg für mehr Autonomie und digitale Souveränität geebnet werden soll. Experten und Journalisten verweisen jedoch darauf, dass eine echte Umstellung auf digitale Zahlungssysteme verlässlichen Datenschutz, technologische Robustheit und gesellschaftliche Akzeptanz voraussetzt – ein komplexes Unterfangen, dessen Erfolg sich erst langfristig zeigen wird.