Bundesdatenschützerin: Pauschales Social-Media-Verbot für Jugendliche? Lieber nicht.

Louisa Specht-Riemenschneider, die Bundesdatenschutzbeauftragte, hält ein generelles Verbot von Social Media für Jugendliche für wenig zielführend – und plädiert für differenzierte Lösungen.

heute 13:58 Uhr | 6 mal gelesen

Ein pauschales Verbot sämtlicher sozialer Netzwerke für Minderjährige wäre ein grober Schnitzer, so lässt sich die aktuelle Haltung der Bundesdatenschützerin zusammenfassen. "Es wäre absurd, jede Plattform über einen Kamm zu scheren und dabei auch kleine, jugendgerechte Angebote mit rigiden Hürden zu blockieren", gibt ein Sprecher zu bedenken. Hinzu kommt: Die eigentliche Debatte dreht sich ohnehin eher um Kinder-, Jugend- und Digitalpolitik als allein ums Datenschutzrecht. Entscheidend sei, wie Altersprüfungen gestaltet werden. Technik-Lösungen wie die sogenannte "Zero-Knowledge-Proof"-Verifikation, bei der Social-Media-Plattformen nicht mehr erfahren als das nötige Mindestalter – und eben nicht das exakte Geburtsdatum plus Personalausweisnummer und Lieblingsgerichte des Nutzers –, könnten ein gangbarer Weg sein. Gerade bei der geplanten europäischen Digitalidentitäts-Wallet (EUDI) denkt man in diese Richtung: Bestätigung des Alters, ohne unnötigen Datenoverkill.

Im Kern geht es um die zentrale Frage: Wie schützt man junge Menschen im Netz so, dass ihnen Chancen nicht genommen werden und trotzdem Sicherheit gewahrt bleibt? Die Bundesdatenschützerin verweist auf die Notwendigkeit individueller, verhältnismäßiger Lösungen statt pauschaler Verbote, die viele völlig unterschiedliche Plattformen gleichermaßen betreffen würden. Auch andere Akteure wie Medienpädagogen, Jugendorganisationen und Fachpolitiker sehen das ähnlich und fordern intelligente Ansätze für Altersverifikation, die weder Datenschutzrechte aushöhlen noch unnötig viele Hürden aufbauen. Hintergrundrecherchen zeigen, dass immer wieder neue technische Innovationen diskutiert werden – vor allem sogenannte Zero-Knowledge-Proofs (ZKP) gewinnen an Bedeutung, weil sie das Prinzip "so wenig Daten wie möglich" beim Nachweis des Alters wahren. Die EUDI Wallet steht als EU-Initiative vor der Tür: Ziel ist, digitale Identität und sensible Altersnachweise zusammenzubringen, ohne zu viele persönliche Daten preisgeben zu müssen. Gleichzeitig stoßen pauschale Verbotsideen bei Experten, Verbänden und sogar einigen Eltern auf Widerspruch: Man müsse Aufklärung, technische Schutzkonzepte und Beteiligung der Jugendlichen im Blick behalten, um Medienkompetenz und Schutz gleichermaßen zu fördern.

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