Ab und zu riecht man es schon am Eingang: ein wilder Mix aus Olivenöl, Kaffee und irgendetwas Süßlichem, fast wie Frühlingsregen auf warmem Stein. Die BIOFACH 2026 in Nürnberg war für viele ein Fest der Sinne – besonders am Stand der Italian Trade Agency, wo 65 Unternehmen aus allerlei Regionen Italiens ein wahres Schaufenster der biologischen Vielfalt auf 640 Quadratmetern hinstellten. Das Spektrum an Produkten reichte einmal quer durchs Land: Pasta und Reis aus Piemont oder der Toskana, eingelegtes Gemüse in Variationen, die sogar eingesessene Feinschmecker überraschten – und überall ein bisschen Bodenständigkeit und Handwerk.
Ferdinando Fiore von der ITA brachte es wohl auf den Punkt: "Unsere Präsenz hier ist ein klarer Beleg dafür, wie sehr italienische Bio-Produkte weltweit gefragt sind." Nicht ohne Stolz hob er hervor, dass die Begeisterung der Besucher deutlich spürbar war – und mit ihr wurden neue Kontakte und Exporte angeschoben. Besonders in Deutschland, wo die Nachfrage steigt, während die Inlandsproduktion stockt, öffnen sich für italienische Anbieter neue Türen.
Man merkt sofort: Bio ist für viele in Italien längst kein trendiges Etikett mehr, sondern gelebter Alltag – und das bis in kleinste Dörfer, in denen jede Generation ihr Rezept für sonnengereifte Tomaten weiterreicht. Im Mittelpunkt des Interesses standen zwar wieder die Klassiker wie Olivenöl und Wein, doch daneben gab es auch Innovationen: glutenfreie Mehle, Fertigmischungen, sogar heilende und aromatische Kräuter. Unverkennbar bleibt die Mischung aus traditionellen Verfahren und modernen Bio-Standards – manche Produkte glänzten gleich doppelt mit geschütztem Ursprung und Ökosiegel.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut aktuellen Analysen (Stand 2024) liegt Italiens Bio-Umsatz bei über 10 Milliarden Euro. Davon fast 4 Milliarden Euro für Exporte, was das Land europaweit auf Platz 1 katapultiert. Die wichtigsten Kunden? Keine Überraschung: Deutschland, Frankreich, Nordeuropa, die Beneluxstaaten und die USA. Trotz des Erfolgs bleibt Fiore überraschend nüchtern: "Wir wissen, dass der Wettbewerb nicht ruht – aber Italiens Küche war eben selten so international wie heute."
Die Präsenz der Italian Trade Agency auf der BIOFACH 2026 in Nürnberg unterstrich Italiens führende Stellung im Biosektor. Mit Unternehmen aus 16 Regionen hob die Veranstaltung das breite Portfolio und die Innovationskraft der italienischen Lebensmittelhersteller hervor. Besonders gefragt waren neben den Klassikern innovative Bioprodukte, von glutenfreien Backwaren bis zu trüffelbasierten Spezialitäten; der Export boomt weiterhin und Italien bleibt, laut Quellen wie Nomisma und aktuellen Marktanalysen, Europas wichtigstes Bioland.
Ein Blick in Nachrichten der letzten 48 Stunden zeigt ein verstärktes Interesse an der Rolle Europas im globalen Biolandbau. Die Deutsche Welle berichtete am 06.06.2024 über neue EU-Richtlinien zum Schutz nachhaltiger Landwirtschaft, die kleinen Erzeugern helfen und Importländer wie Italien betreffen sollen. Viele italienische Bio-Produzenten befürworten diese Förderung, monieren jedoch mehr Bürokratie und fordern stärkere Unterstützung bei Exportzertifizierungen. Im "Spiegel" vom 06.06.2024 wurde hervorgehoben, dass der Bioabsatz in Europa insgesamt leicht stockt, der Fokus sich aber auf Premium-Produkte und zertifizierte Waren verschiebt, wovon traditionell starke Bioexportländer wie Italien profitieren. Gleichzeitig warnte die "Süddeutsche Zeitung" vor wachsender Konkurrenz auf dem Bio-Markt, besonders aus Südeuropa; italienische Unternehmen begegnen dieser mit verstärkter Innovation und Authentizität.
Insgesamt bleibt Italien dank starker Kooperation zwischen Agenturen wie der ITA, regionalen Herstellern und einer ausgeprägten Markenidentität im Segment "Bio" gut positioniert.