Bundesregierung äußert sich nicht zur Trump-Ansprache

Die deutsche Bundesregierung verzichtet darauf, Trumps jüngste Rede öffentlich zu bewerten.

heute 12:47 Uhr | 2 mal gelesen

Nicht selten sind es gerade die Dinge, zu denen nichts gesagt wird, die neugierig machen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille gab am Freitag zu Protokoll, dass Deutschlands Regierung die Trump-Rede zur 'Kenntnis genommen' habe, aber keinen Kommentar abgibt. Trump selbst hatte sich am Vorabend in einer recht martialischen Rede für Wahlrechtsreformen starkgemacht – und dabei zum Teil recht vage, zum Teil sehr konkret erneut vor angeblichen Attacken aus China und anderen Ländern gewarnt, die auf US-Wahlsysteme Einfluss nehmen könnten. Auf die Frage, ob die Bundesregierung solche Einflüsse auch in Deutschland befürchte, gab sich Hille diplomatisch: Selbstverständlich lehne man jedwede Wahlbeeinflussung ab – hierzulande oder sonstwo. Doch die Grauzonen sind bekannt: Vor der Bundestagswahl 2025 war bereits in Regierungskreisen vor möglichen Manipulationsversuchen durch ausländische Akteure gewarnt worden. Eigentlich keine große Überraschung, angesichts von Cyberbedrohungen und Desinformations-Kampagnen der letzten Jahre. Was bleibt? Die unausgesprochene Spannung, das bisschen latente Nervosität – und der Eindruck, dass unausgesprochene Worte manchmal lauter sind als Kommentare.

Die deutsche Bundesregierung bleibt bei ihrer Linie: Keine öffentliche Positionierung zu Trumps Rede, in der dieser erneut von Wahlmanipulation und ausländischen Eingriffen sprach. In Deutschland wird die Gefahr externer Einflüsse durchaus gesehen, wie bereits früher in Stellungnahmen, etwa zur Bundestagswahl 2025, betont wurde. Ergänzend ist bekannt, dass nach bisherigen Medienberichten in den USA kein stichhaltiger Beweis für systematische Wahlmanipulation durch Russland oder China gefunden wurde; dennoch ist die Thematik ein politischer Dauerbrenner, auch im Hinblick auf Desinformationskampagnen. In der öffentlichen Wahrnehmung sorgt das Schweigen der Bundesregierung zugleich für Spekulationen: Ist Zurückhaltung gerade geraten, oder fehlt schlicht die Strategie? Übrigens, im europäischen Kontext wird aktuell verstärkt über Cyberabwehr und Schutz kritischer Infrastrukturen debattiert, wie ein Blick in die internationale Berichterstattung zeigt.

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