Bundesweite Bürger-App: Wildberger stellt digitales Portal in Aussicht

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) will eine umfassende Bürger-App landesweit einführen – und setzt dabei ein Ausrufezeichen in Sachen digitaler Verwaltung.

heute 13:38 Uhr | 2 mal gelesen

„Deutschland digitaler, Verwaltung entstaubt!“ – so hätte Wildberger wohl lieber getitelt, als er in Berlin vor Publikum sprach. Die angekündigte Bürger-App soll ein zentrales Service-Portal auf dem Smartphone werden: Anträge stellen, Termine buchen, Infos abrufen – alles gebündelt. Wie genau das aussehen wird – offen. Die Details will der Minister erst im Sommer, vielleicht Juni, vielleicht Juli veröffentlichen. Fast so spannend wie ein neuer Tatort. Das Herzstück: eine „digitale Wallet“, also eine Art Ausweis-Mäppchen für das Handy. Führerschein, Personalausweis, Altersnachweis? Alles darin, bestens verschlüsselt. Der Zugriff bleibt freiwillig – man will ja niemanden in die Technik-Ecke zwingen. Wildberger betont: Jeden darf wählen, ob und wie er diese digitalen Dienste nutzen will. Die Ziele? Bürokratieabbau, weniger Aufwand für Unternehmen, mehr digitale Selbstwirksamkeit (besonders für die sogenannten Digital Natives). Nebenbei, so ganz im Politiker-nebenbei-Ton, ging es noch um Social Media, Datenschutz und die mögliche Altersverifikation. Wildberger steht auf dem Standpunkt: Minderjährige müssen besser geschützt werden, Social Media ist keine Wildwestzone. Die Modernisierungsagenda rollt – angeblich werden Bürger und Unternehmen entlastet, die Verwaltung ein wenig filigraner.

Wildbergers Initiative für eine bundesweite Bürger-App steht in engem Zusammenhang mit der langersehnten Digitalisierung der deutschen Verwaltung – die bisher eher als zäh galt. Die Integration einer digitalen Wallet, die persönliche Dokumente sicher auf dem Smartphone speichert und gleichzeitig als Schlüssel zu zahlreichen Behördendiensten dient, ist ein wichtiger Schritt für bequemere und sicherere Online-Services. Besonders im europäischen Vergleich hinkt Deutschland mit solchen digitalen Angeboten hinterher, auch wenn in Ländern wie Estland derartige Lösungen schon etabliert sind. Nach neuesten Berichten aus der digitalen Szene wird das Sicherheitskonzept der App kritisch beäugt, da Hackerangriffe und Datenschutzverstöße bereits bei ähnlichen Projekten in anderen Ländern vorgekommen sind. Gleichzeitig stehen die Interessen älterer und weniger technikaffiner Nutzer im Raum, die nicht außen vor gelassen werden dürfen. Im weiteren Diskurs treiben zahlreiche Medien und Politiker soziale Fragen voran – etwa, wie mit sozialen Medien und deren Risiken für Minderjährige umzugehen ist. Die Offenheit gegenüber der Freiwilligkeit der Nutzung der geplanten App und Wallet wird als ein Versuch gesehen, Skepsis in der Bevölkerung abzubauen, da Datenschutzdebatten in Deutschland besonders scharf geführt werden. Erste Stimmen fordern bereits, dass die App Open-Source entwickelt wird und bundesweit einheitliche Standards garantiert werden.

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