Wildbergers Initiative für eine bundesweite Bürger-App steht in engem Zusammenhang mit der langersehnten Digitalisierung der deutschen Verwaltung – die bisher eher als zäh galt. Die Integration einer digitalen Wallet, die persönliche Dokumente sicher auf dem Smartphone speichert und gleichzeitig als Schlüssel zu zahlreichen Behördendiensten dient, ist ein wichtiger Schritt für bequemere und sicherere Online-Services. Besonders im europäischen Vergleich hinkt Deutschland mit solchen digitalen Angeboten hinterher, auch wenn in Ländern wie Estland derartige Lösungen schon etabliert sind. Nach neuesten Berichten aus der digitalen Szene wird das Sicherheitskonzept der App kritisch beäugt, da Hackerangriffe und Datenschutzverstöße bereits bei ähnlichen Projekten in anderen Ländern vorgekommen sind. Gleichzeitig stehen die Interessen älterer und weniger technikaffiner Nutzer im Raum, die nicht außen vor gelassen werden dürfen. Im weiteren Diskurs treiben zahlreiche Medien und Politiker soziale Fragen voran – etwa, wie mit sozialen Medien und deren Risiken für Minderjährige umzugehen ist. Die Offenheit gegenüber der Freiwilligkeit der Nutzung der geplanten App und Wallet wird als ein Versuch gesehen, Skepsis in der Bevölkerung abzubauen, da Datenschutzdebatten in Deutschland besonders scharf geführt werden. Erste Stimmen fordern bereits, dass die App Open-Source entwickelt wird und bundesweit einheitliche Standards garantiert werden.