Carsten Günther als Favorit für die Leitung des Bundesverwaltungsgerichts im Gespräch

Gerüchten zufolge könnte Carsten Günther bald das Amt des Präsidenten am Bundesverwaltungsgericht übernehmen.

heute 11:30 Uhr | 2 mal gelesen

Wie aus informierten Kreisen hervorgeht, wird Carsten Günther als potentieller neuer Präsident des Bundesverwaltungsgerichts gehandelt – darüber berichtet unter anderem die FAZ. Die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat bereits für den 15. Oktober den Richterwahlausschuss zusammenkommen lassen, bei dem Günthers Wahl auf der Tagesordnung steht. Sollte er durch das Gremium bestätigt werden, müsste anschließend noch die Bundesregierung per Kabinettsbeschluss zustimmen, damit Günther offiziell die Amtsgeschäfte in Leipzig übernehmen kann. Das Amt des Präsidenten ist seit dem Abschied von Andreas Korbmacher im Juni unbesetzt. Ursprünglich sollte Malte Graßhof, Präsident des Verfassungsgerichtshofs Baden-Württemberg, den Posten antreten – krankheitsbedingt kam es jedoch kurz vor seiner Wahl zu einer Absage, und die Koalition musste kurzfristig umplanen. Günther galt in Expertenkreisen länger nicht unbedingt als wahrscheinliche Wahl: Obwohl er allgemein als sehr kompetent und juristisch versiert gilt – und wie Graßhof Mitglied der CDU ist –, ist seine Zeit als Präsident des Oberverwaltungsgerichts Münster noch vergleichsweise frisch. Sein eigener Weg zum obersten Posten in Münster war zudem nicht ohne Hindernisse: Gegen den ursprünglichen Besetzungsplan des Justizministers Benjamin Limbach (Grüne), der damals eine weibliche Kandidatin vorziehen wollte, klagte Günther mit wechselndem Erfolg. Erst nach langwierigen Verfahren und einem Einlenken der ursprünglich vorgesehenen Kandidatin auf die Bewerbung konnte Günther letztlich 2025 den Chefposten übernehmen. Bemerkenswert: Die Beschwerde gegen die Auswahlpraxis betraf nicht nur juristische Institutionen, sondern führte sogar zu einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in NRW. Interessanterweise ist Leipzig kein Neuland für Günther: Zwischen 2015 und 2025 war er bereits als Richter am Bundesverwaltungsgericht tätig und kümmerte sich vorrangig um Fragen des Beamten- und Soldatenrechts.

Carsten Günther steht offenbar kurz davor, Präsident des Bundesverwaltungsgerichts zu werden. Seine Karriere ist von juristischen Auseinandersetzungen geprägt, insbesondere wegen seiner eigenen Berufung auf den Präsidentensessel des OVG Münster. Seine langjährige Erfahrung, auch im Bereich Dienstrecht am Bundesverwaltungsgericht, qualifiziert ihn besonders für die neue Aufgabe. In den letzten Tagen haben Medien wie die taz und die Süddeutsche die Bedeutung einer transparenten Richterauswahl betont und auf die politische Brisanz hochrangiger Postenbesetzungen hingewiesen. Im Hinblick auf die Unruhen um den frühzeitigen Ausstieg des ursprünglichen Kandidaten Malte Graßhof werfen Kommentatoren Fragen nach der Vorauswahl und der politischen Einmischung in Justizpersonalien auf. Zudem wird Günther als jemand beschrieben, der auch mit heiklen personalpolitischen Lagen umgehen kann – eine Fähigkeit, die am Bundesverwaltungsgericht sicher gefragt ist.

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