Wadephul fordert entschiedene Hilfe für die Ukraine – Politik in der Zwickmühle
Johann Wadephul (CDU) drängt nach seiner Rückkehr aus der Ukraine auf mehr Engagement – nicht nur symbolisch, sondern mit echtem Nachdruck. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk kündigt er an, auch international mehr Druck zu machen, um Europas Rolle im Ukraine-Krieg zu stärken.
heute 09:30 Uhr | 2 mal gelesen
Ob seine Bemühungen zu echtem Erfolg führen, bleibt für Wadephul eine offene Frage – ganz ehrlich, niemand habe ihm bisher zugesichert, wirklich aktiv zu werden, aber ebenso wenig hat jemand explizit abgelehnt. Das klingt erstmal ernüchternd, ist aber typisch für die aktuelle diplomatische Gemengelage. Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig: etwa Südkoreas ständige Angst vor einem Angriff aus Nordkorea oder Griechenlands Unsicherheiten gegenüber eigenen Bedrohungen. Aber, so betont Wadephul fast schon beschwörend: Hier geht es um mehr als nur die Unabhängigkeit der Ukraine – die politische Tektonik Europas steht auf dem Spiel. Es ist die alte Frage, ob man sich dem Risiko stellt, damit ein Aggressor nicht wieder mit Gewalt Fakten schaffen kann. Wadephul will deshalb nicht zuletzt bei seinem US-Kollegen Marco Rubio nachhaken und auf eine stärkere Rolle der USA drängen. Seine Hoffnung: Vielleicht ermutigt das ja doch den ein oder anderen, klarer Stellung zu beziehen.
Wadephul setzt sich kämpferisch dafür ein, dass die westlichen Länder – trotz teils nachvollziehbarer eigener Sorgen – die Ukraine entschlossener unterstützen. Er sieht die Situation als Gradmesser für Europas Fähigkeit, dem Autoritarismus Einhalt zu gebieten. Neuere Berichte betonen, wie die aktuellen militärischen Entwicklungen in der Ukraine von stagnierenden Unterstützungszusagen beeinflusst werden und eine gezielte Stärkung der westlichen Hilfe sowohl kurzfristig (militärische Lieferungen) als auch mittelfristig (wirtschaftlich/politisch) zunehmend notwendig wird. Laut jüngsten Analysen stehen gerade mit Blick auf die bevorstehenden NATO-Treffen und die verstärkte Bedrohung durch russische Offensiven viele EU-Staaten massiv unter Erwartungsdruck. Währenddessen wächst bei der ukrainischen Bevölkerung die Sorge vor einer Abnutzung des westlichen Interesses und einer allmählichen Normalisierung des Dauerkriegszustands.