CDU-Außenpolitiker Hardt warnt vor neuer Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine

Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sieht die Möglichkeit einer frischen Fluchtwelle aus der Ukraine – vor allem, falls Russlands Angriffe auf das ukrainische Energie- und Heizungsnetz weitergehen.

heute 08:45 Uhr | 9 mal gelesen

Man spürt schon eine seltsame Anspannung, wenn man Jürgen Hardt zuhört: In den frostigen Tagen, in denen so mancher Ukrainer friert, ist die Angst nicht nur ein Gefühl – sie könnte zur Massenbewegung werden. Eine Welle von Menschen, die alles zurücklassen, weil die Häuser kalt bleiben und der Strom ausfällt. Und das ausgerechnet im Winter, wo der graue Himmel in der Ukraine kaum Trost spendet. Gleichzeitig setzt Hardt darauf, dass sich das Blatt vielleicht doch wendet. Wenn Russland an der Front ins Straucheln gerät oder Drohnen der Ukrainer – jene nicht zu unterschätzenden, kleinen technologischen Störenfriede – immer deutlicher die Oberhand gewinnen, könnte das schlimmste Szenario verhindert werden. Hoffnung auf den ersten Blick dünn, aber plötzlich stehen über 200 Quadratkilometer Gebietsgewinne für die ukrainische Armee zu Buche – eine Mischung aus Mut und Technik (dank Begrenzung russischer Starlink-Nutzung). Und während man darüber nachdenkt, ob das reicht, kann man nur hoffen, dass für die Ukrainer wenigstens ein bisschen Licht am Ende dieses Winters bleibt.

Hardt sieht aktuell Handlungsbedarf: Die Not vieler Menschen in der Ukraine wächst parallel zu den gezielten Angriffen auf Energieinfrastruktur. Während ein befürchteter, neuer Flüchtlingsstrom droht, konnte das ukrainische Militär durch den Einsatz modernster Drohnentechnik und taktische Einschränkung russischer Kommunikation jüngst überraschende Gebietsgewinne erzielen. Trotzdem bleibt die Lage volatil, denn die russischen Angriffe auf Kraftwerke und Stromtrassen haben bereits Hunderttausende im Winter ohne Heizung zurückgelassen. Nach neuesten Medienberichten hat sich die Zahl von Binnenvertriebenen und Auslandsflüchtlingen in den vergangenen Tagen erhöht – die meisten suchen Schutz in westlichen Landesteilen oder Nachbarländern. Hoffnung liegt auf einer baldigen Verbesserung der Lage durch militärische Fortschritte der Ukraine und internationale Unterstützung. (Ergänzend recherchiert)

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