CDU zieht deutlich an SPD vorbei: Rheinland-Pfalz wählt konservativ

Die ersten Prognosen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeigen ein klares Bild – die CDU setzt sich deutlich vor die SPD. Nach Auswertungen der Prognosen von ARD und ZDF liegt der Abstand bei rund vier Prozentpunkten.

heute 18:07 Uhr | 3 mal gelesen

Genauer betrachtet rangiert die CDU laut aktuellem Stand bei durchschnittlich 30,5 Prozent. Die SPD, die einst mit Ministerpräsidentin Dreyer jahrelang tonangebend war, stürzt auf 26,8 Prozent ab. Die AfD schlängelt sich mit glatten 20 Prozent auf das Treppchen. Im Windschatten: Die Grünen mit exakt acht Prozent – nicht berauschend, aber eben noch drin. Weniger rosige Aussichten gibt es für kleinere Parteien: Die FDP schafft es mit 2,1 Prozent nicht in den Landtag, die Freien Wähler bleiben mit 3,8 Prozent ebenfalls draußen. Ähnlich mau sieht es bei der Linken aus, sie kratzt mit 4,5 Prozent an der magischen Fünf-Prozent-Marke, verfehlt sie aber ziemlich wahrscheinlich. Die verbleibenden 'Sonstigen' kommen gemeinsam auf magere 4,5 Prozent. Diese Zahlen sind nicht das endgültige Ergebnis, sondern basieren auf Nachwahlbefragungen, die direkt am Wahltag von Infratest dimap für die ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF erhoben wurden. Erfahrungsgemäß sind die Prognosen ziemlich treffsicher, ein paar Verschiebungen nach oben oder unten passieren aber doch immer mal. Was diese Zahlen politisch wirklich bedeuten, wird sicher noch tagelang für Streit und Analysen sorgen – vielleicht birgt der Abend ja noch die eine oder andere Überraschung.

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bringt einen spürbaren Umschwung: Die CDU legt kräftig zu und verdrängt die SPD deutlich von Platz eins, während die AfD auf stabile 20 Prozent kommt – damit gewinnt das konservative Lager deutlich an Gewicht. Kleinparteien und die FDP profitieren nicht vom Frustwähler-Potenzial und scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde; auch die Grünen zeigen lediglich solide, aber keine sensationellen Werte. Die momentane politische Großwetterlage – mit Themen wie Migration, Energie, Inflation – dürfte die Wahlentscheidung vieler Bürger beeinflusst haben; zudem berichten mehrere Medien, dass die Verluste der SPD auch mit einem Generationswechsel, Unzufriedenheit auf Landes- und Bundesebene sowie dem Erstarken rechter Kräfte zu tun haben. Aktuelle Nachwahlbefragungen (z.B. von ZDF) weisen darauf hin, dass viele Wählerinnen und Wähler vor allem wegen der allgemeinen politischen Lage und weniger wegen landespolitischer Themen abgestimmt haben.

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