Der Aufschwung der CDU in Rheinland-Pfalz – das lässt sich aus Linnemanns Worten heraushören – kommt für ihn keineswegs überraschend. Er verweist explizit auf die Bedeutung landesspezifischer Themen sowie auf Gordon Schnieder, den er als „greifbar, ehrlich – kurz: echt“ beschreibt. Sollte sich der Trend bestätigen, werde dies ein "großer Meilenstein" nach jahrelangem Warten, wieder Einfluss in der Landesregierung zu bekommen.
Ganz nüchtern sieht die SPD die Sache nicht: Tim Klüssendorf spricht im gleichen Atemzug von einem „deutlichen Dämpfer“. Alexander Schweitzer, der amtierende Ministerpräsident, habe viel geleistet (auch im Vorfeld viel Rückenwind erhalten), aber trotzdem reichte es nicht wie erhofft. In Berlin will man jetzt einmal durchatmen, sortieren, und dann im Vorstand die Konsequenzen diskutieren.
Auch bei den Grünen schwankt das Stimmungsbild: Franziska Brantner bewertet das Abschneiden fast schon sportlich: Es herrsche Zufriedenheit – trotz des wohl bevorstehenden Rausschmisses aus der Regierung. Die Partei habe sich auf „ziemlich stabilem Niveau“ gehalten und wolle nun mit frischem Elan in der Opposition für Druck sorgen. Der Rest? Wird spannend.
Die CDU Rheinland-Pfalz steht laut ersten Prognosen als Wahlsiegerin da, besonders dank klarer Fokussierung auf Landespolitik und einem populären Spitzenkandidaten, Gordon Schnieder. Während die SPD um Ministerpräsident Alexander Schweitzer eine klare Niederlage einräumen muss und sich auf eine mögliche Neuorientierung einstellt, betrachtet Grünen-Chefin Brantner das Ergebnis ihrer Partei trotz Regierungsverlust als stabil und kämpferisch. In der medialen Nachbetrachtung wird der Erfolg der CDU insbesondere der Abgrenzung von Bundespolitik, dem Vertrauen der Wähler in die Person Schnieder und der Unzufriedenheit mit der Ampel-Koalition im Bund zugeschrieben. Zahlreiche Analysen, etwa bei der FAZ und auf der Seite der Süddeutschen Zeitung, heben hervor, dass der Machtwechsel in Rheinland-Pfalz als Signal für die Bundes-CDU gewertet werden könnte. Auch die sinkende Wahlbeteiligung und das Erstarken von Protestparteien werden als gewichtige Faktoren für das Wahlergebnis benannt. Neue Recherchen betonen zudem, wie knappe Wahlkreisergebnisse und der demographische Wandel den politischen Wandel im Land begünstigen.