Einfach ist das nicht – und ehrlich gesagt, fühlt es sich fast ein wenig an wie Schwimmen gegen den Strom. Michael Müller, einer der zentralen Köpfe der Chemiearbeitgeber in Rheinland-Pfalz, fasst es unverblümt zusammen: "Für diese Tarifrunde gibt es kein Handbuch. Die Lage ist düster wie seit Jahrzehnten nicht mehr." Die Produktionszahlen, so hört man, brechen ein; viele Anlagen laufen zwar, doch eher vor sich hin als unter Volldampf. Ein Vergleich, den Müller zieht, bleibt hängen: „Das ist, als würde ein Motor im Leerlauf auf Spritdurchfluss hoffen – da kann man schlecht mehr Leistung fordern."
Noch ein Gedanke: Die Branche wankt, getrieben von Preisexplosionen für Energie, exzessiver Bürokratie und einem Markt, der zunehmend aus dem Ausland dominiert wird. Gerade in Rheinland-Pfalz, wo ein Löwenanteil der Produkte exportiert wird, wird die Luft dünner. Manche Firmen setzen schon die Bremsen an, andere nehmen rigorose Kürzungen vor. Eigentlich ein Teufelskreis – höhere Kosten können die Lage weiter verschärfen, mahnt Müller. Dazu kommt: Die letzten Jahre waren für viele Beschäftigte lohntechnisch gar nicht so knapp, betonen die Arbeitgeber, aber jetzt werde es Zeit, etwas auf die Bremse zu treten.
Unterm Strich: Die Betriebe haben bereits einiges gestemmt – und irgendwo ist die Belastungsgrenze erreicht. Standortschließungen häufen sich, Investitionen wandern fort. Und dennoch: Aufgeben will man keinesfalls – der Dialog mit der Gegenseite soll weitergehen, diesmal eben auf Bundesebene in Hannover. Von außen betrachtet scheint klar: Es braucht einen offenen Blick auf Fakten und einen Schuss Pragmatismus. Was nun kommt? Abzuwarten. Vielleicht lohnt es sich, nicht nur nach Chancen in den gewohnten Bahnen zu suchen, sondern auch mal die Fenster zum Export-Markt ganz neu zu öffnen.
Im Zentrum des Konflikts stehen tiefe Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, speziell in der Chemiebranche. Während die Arbeitgeberseite keinerlei Spielraum für Lohnerhöhungen sieht und mit dramatischen Standortverlusten droht, machen Gewerkschaften auf die steigende Belastung der Beschäftigten aufmerksam. Recherchen aktueller Medien zeigen, dass die strukturelle Krise unter anderem durch hohe Energiepreise, globale Konkurrenz und neue Umweltauflagen verschärft wird, wobei insbesondere Rheinland-Pfalz durch seine Exportorientierung stark betroffen ist. Überdies berichten verschiedene Fachportale und große Tageszeitungen, dass die Chemieindustrie derzeit umfangreiche Sparprogramme fährt, während zugleich politische Rufe nach gezielten Industriehilfen sowie Strukturreformen lauter werden. Einige Quellen betonen, dass Innovation und Fachkräftenachwuchs entscheidend für die mittelfristige Wiederbelebung der Branche sind. Neu ist, dass jüngst auch Stimmen laut wurden, die auf europäische Allianzen und branchenübergreifende Zusammenarbeit setzen, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.