Dachdeckerhandwerk: Neue und alte Gesichter an der Spitze – Präsidiumswahlen beim ZVDH

Köln – Frischer Wind gepaart mit Kontinuität: Die Delegiertenversammlung des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) im Rahmen der DACH+HOLZ International stand am 26. Februar ganz im Zeichen der Präsidiumswahlen. Präsident und Vizepräsident – beide Positionen – neu (bzw. erneut) vergeben.

heute 19:15 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal sind Wahlen im Handwerk ein bisschen wie das Wechseln der eigenen Werkzeugkiste: Einige Dinge bleiben, andere werden klüger ergänzt. Dirk Bollwerk wurde abermals als Präsident des ZVDH bestätigt – zum dritten Mal in Folge, was im politischen Zirkus fast schon als Ausdauerleistung gilt. Mit 55 Jahren bringt er nicht nur handfeste Erfahrung als Dachdecker-, Klempner- und Zimmerermeister mit, sondern führt seit Urzeiten das Familienunternehmen Joh. Bollwerk Bedachungen in Rees-Haldern am Niederrhein. Sein Engagement für die Branche bleibt bemerkenswert, insbesondere weil er auch auf internationaler Bühne als Präsident der Internationalen Föderation des Dachdeckerhandwerks berufen wurde. Seine wiederholte Wahl kommentierte Bollwerk mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Entschlossenheit. Er betonte, dass die Sichtbarkeit des Gewerks in der Politik gesteigert werden müsse – ein Thema, das in diesen seltsamen Zeiten vermutlich fast jedes Handwerk beschäftigt. Die Digitalisierung und die Umsetzung von KI sieht er nicht als Hürde, sondern als Werkzeug, um Nachwuchs zu gewinnen und auf Veränderungen flexibel reagieren zu können. Das mit dem Nachwuchs, so merkt man zwischen den Zeilen, lässt ihn offenbar nicht los. Neu in der Führungsriege ist der Thüringer Felix Schneider. Mit 35 Jahren breitet er als frisch gewählter Vizepräsident seine Akzente aus. Die familiäre Tradition des Ehrenamts lebt er im Betrieb Dach Schneider Weimar weiter – hier wird Engagement offenbar von Generation zu Generation weitergegeben. Sympathisch: Schneider will vor allem die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen anpacken, was gerade in unsteten Zeiten wie diesen sicher kein schlechtes Ziel ist. Obendrein tritt er als Stimme für die Innungsbetriebe aus den ostdeutschen Bundesländern an den Start. Persönliche Note: In seiner Freizeit engagiert er sich für das Kinderhaus Weimar. Irgendwie schön, wenn Durchsetzungsstärke auf Empathie trifft.

Die Leitungsstruktur im Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks bleibt stabil und bekommt Unterstützung aus jüngerer Generation: Dirk Bollwerk wurde für eine dritte Amtszeit als Präsident wiedergewählt und bleibt damit eine feste Größe in der Branche, insbesondere wegen seines Einsatzes für Digitalisierung, Nachwuchsförderung und politische Vernetzung. Felix Schneider übernimmt als neuer Vizepräsident die Nachfolge von Michael Zimmermann und setzt seine Schwerpunkte klar auf Betriebswirtschaft und die Einbindung ostdeutscher Innungsbetriebe, was neuen Wind in etablierte Strukturen bringen könnte. Laut Berichten aus der Fachpresse ist insbesondere der Fachkräftemangel ein weiterhin drängendes Thema im deutschen Bau- und Handwerkssektor – die Dachdeckerverbände bemühen sich um attraktivere Ausbildungswege, wobei digitale Tools und nachhaltige Perspektiven immer wichtiger werden.

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