Dänemarks Militär warnt: Mehr Nato-Präsenz in der Arktis dringend nötig

Michael Wiggers, oberster Kommandeur des dänischen Militärs, fordert entschlossene Aktionen der Nato in der Arktis – und hält einfache Truppenaufstockungen für zu kurz gedacht.

heute 00:03 Uhr | 4 mal gelesen

Der Chef der dänischen Streitkräfte, General Michael Wiggers, hat in einem Interview mit Nachdruck davor gewarnt, die sicherheitspolitische Lage in der Arktis zu unterschätzen. Seiner Ansicht nach brauche es eine viel aktivere Rolle der Nato in der Region: Gemeinsame Operationen, regelmäßiges Training auf Grönland – Hauptsache, die Präsenz bleibt spürbar. Oder, wie Wiggers es formuliert: Die Sorgen um die Arktis sind 'kein Spielfilm', nach zwei Stunden sei hier nichts vorbei. Nein, es gehe vielmehr um eine dauerhafte, fast schon mühsame Wachsamkeit gegenüber den Entwicklungen, die da im ewigen Eis am Horizont auftauchen könnten. Auffällig nüchtern äußert er auch: Das eigentliche Problem sei nicht so sehr der Schutz Grönlands selbst – vielmehr die immense Herausforderung, ein so weites, unzugängliches Terrain im Blick zu behalten. Da hilft keine Soldatenflut, meint Wiggers, sondern vielmehr Hightech: Satelliten, Drohnen, all diese ausgeklügelten Systeme, die Daten liefern, auf die man sich wirklich verlassen kann. Eine klassische Truppenverstärkung? Bringt in diesem Kontext herzlich wenig, findet er.

General Wiggers rückt das Augenmerk weniger auf Massen von Soldaten, sondern fordert gezielte, technologisch gestützte Überwachung der Arktis. Die Nato müsse laut ihm in der Polarregion nicht nur Präsenz zeigen, sondern auch modernste Technik einsetzen – etwa Satelliten oder Drohnen –, um jederzeit ein klares, möglichst aktuelles Bild der Lage zu haben. Interessanterweise betont er, dass die riesigen Ausmaße Grönlands konventionelle Ansätze ineffizient machen und sieht die Herausforderung vor allem in der beständigen, smarten Kontrolle des Gebiets. Politisch spielt zudem die angespannte Lage mit Russland und China und die jüngsten Äußerungen Donald Trumps eine Rolle: Dennoch gibt sich Wiggers trotz aller Unwägbarkeiten der internationalen Politik hinsichtlich der Verteidigungsfähigkeit Grönlands demonstrativ gelassen; auf dem Spiel steht vielmehr die Anpassungsfähigkeit sicherheitspolitischer Konzepte in einer sich wandelnden Welt. Neue Berichte betonen, dass nicht nur Dänemark, sondern auch andere arktische Anrainerstaaten verstärkte Aufmerksamkeit in die Region lenken, um sich gegen potenzielle geopolitische Verschiebungen zu wappnen. In Dänemark wie in ganz Europa wird intensiv darüber diskutiert, welche Rolle moderne Überwachung und internationale Kooperation beim Schutz klimatisch und strategisch sensibler Regionen in Zukunft spielen müssen.

Schlagwort aus diesem Artikel