DB Cargo streicht 6.200 Jobs – Sanierungsdruck wächst

Die Güterverkehrs-Sparte der Deutschen Bahn beschleunigt den geplanten Abbau von rund 6.200 Arbeitsplätzen.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich möchte bei DB Cargo niemand Stellenstreichungen vorantreiben, aber der wirtschaftliche Druck ist nicht mehr zu ignorieren. Laut Konzernchef Bernhard Osburg soll bis Juni ein Interessenausgleich stehen – Zeit, in der vieles auf dem Spiel steht. Der Jobabbau, verteilt auf die kommenden Jahre bis 2030, ist ein Teil eines großen Sanierungsplans mit einem Volumen von anderthalb Milliarden Euro, womit die Güterbahntochter wieder auf stabile Beine kommen will. Im Februar wurde der Schritt öffentlich, jetzt verteidigt Osburg ihn offen: 'Es tut weh, keine Frage. Aber leider lässt uns das Sanierungsgutachten keine andere Wahl: Wir müssen 6.200 Stellen streichen, um endlich profitabel zu werden', sagt er. Besonders Nordrhein-Westfalen spürt das: Mit 3.300 Beschäftigten und diversen Standorten wird auch dort radikal umgebaut. Oberhausens Instandhaltung betrifft es schon konkret – ein kleiner zweistelliger Arbeitsplatzverlust, aber Signalwirkung. Im Duisburger Control Tower, zentral für Planung und Vertrieb, ist ebenfalls Umstrukturierung angekündigt. Osburg betont: Sozialverträglichkeit sei oberstes Gebot. Dass viele Angestellte dem Rentenalter nahe sind, erleichtert eine sanftmütigere Trennung; und dank großem Bahn-Konzern sei intern möglicherweise neue Beschäftigung auffindbar. Ganz ehrlich: Es klingt nach Umbruch, Unsicherheit und vielen unbeantworteten Fragen – für manche ist Bewegung eine Chance, für andere eher ein Damoklesschwert.

DB Cargo steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Der geplante Abbau von 6.200 der insgesamt 14.000 Stellen ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, das bis 2030 umgesetzt werden soll. Die finanziellen Sorgen sind keine Neuigkeit – die Güterbahntochter der Deutschen Bahn schreibt seit Jahren Verluste, was eine Rendite von mindestens drei Prozent erzwingen soll. Während mit den Betriebsräten noch verhandelt wird, sind besonders NRW und Standorte wie Oberhausen und Duisburg betroffen. Zumindest etwas Trost: Die Alterstruktur erleichtert den 'sozialverträglichen' Abbau. Laut aktueller Berichterstattung (vgl. [ZEIT](https://www.zeit.de) & [Spiegel](https://www.spiegel.de)) stehen ähnliche Herausforderungen im europäischen Schienengüterverkehr bevor, wobei Streckenüberlast, Investitionsstau und der Vormarsch konkurrierender Verkehrsträger wie Lkw die Lage zusätzlich verschärfen. Außerdem kündigen Bahn und Politik an, bislang defizitäre Bereiche neu ausrichten zu wollen – etwa durch Verstärkung der Digitalisierung und effizientere Ressourcennutzung. Kritische Stimmen verweisen allerdings auf die Gefahr, dass ein massiver Arbeitsplatzabbau das Ziel der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene konterkariert und den öffentlichen Rückhalt schwächt.

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