Die Meldungen des Statistischen Bundesamts klangen diese Woche ein wenig wie ein Stoßseufzer: Das Handwerk in Deutschland – immerhin das Rückgrat vieler mittelständischer Strukturen – musste 2024 einen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent hinnehmen. Es gibt immer noch knapp sechs Millionen Menschen in etwa 564.000 Handwerksbetrieben, die tagtäglich anpacken, Altbauwände verputzen, Autos reparieren, Brillen anpassen oder Elektrokabel verlegen. Aber: Die Zahl der Unternehmen ist um ein weiteres 0,7 Prozent geschrumpft. Auffällig dabei: Große Handwerksunternehmen – ab 50 Beschäftigten aufwärts – konnten ihre Umsätze um mehr als drei Prozent steigern, bei den kleinen Handwerksfirmen (unter fünf Leuten) ging es hingegen steil bergab: satte 15 Prozent weniger Umsatz. Besonders im Baugewerbe sind die Handwerker:innen traditionell präsent, zwei Drittel aller Bauunternehmen gehören dazu – besonders geprägt vom Ausbaugewerbe (Trockenbau, Maler, Elektrik etc.). Im Ausbaugewerbe allerdings setzten sich die Negativtrends fort: In 2024 sank dort die Zahl der Unternehmen um zwei Prozent, der Umsatz brach um über drei Prozent ein. Es gibt aber auch Lichtblicke: Gesundheitsberufe im Handwerk, etwa Optiker oder Zahntechniker, konnten ein sattes Umsatzplus von 4,1 Prozent melden. Auch das Kfz-Gewerk legte zu. Im Lebensmittelhandwerk dagegen nur ein leichtes Plus und vor allem im Bauhaupt- wie im Ausbaugewerbe überwogen die Verluste. Eine gewisse Ironie liegt darin, dass das Handwerk trotz Sorgenfalten wirtschaftlich gesehen immer noch fast acht Prozent zum Gesamtumsatz der deutschen Wirtschaft beiträgt – ein leicht gestiegener Anteil. Raus aus der Statistik: Ich frage mich manchmal, ob es nicht eigentlich die kleinen Betriebe sind, die am meisten Vielfalt – und ja, vielleicht auch den leisesten Optimismus – ins deutsche Wirtschaftsleben streuen. Doch genau dort ist die Entwicklung jetzt besonders düster.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamts spiegeln klar wider: Während sich große Handwerksunternehmen behaupten, kämpfen kleine Betriebe zunehmend mit Umsatzverlusten und Strukturproblemen. Interessant ist, dass Berufe im Gesundheitsbereich dem Trend trotzen und sogar deutliche Zuwächse verzeichnen konnten. Die Ursachen für den Rückgang im Bau- und Ausbaugewerbe sind vielfältig: Teurere Baumaterialien, weniger private Aufträge wegen gestiegener Zinsen, Nachwuchsmangel und oft auch schleppende Digitalisierung bremsen die Branche erheblich. Zugleich spüren viele Betriebe die energiepolitischen Unsicherheiten und klagen über überbordende Bürokratie. Blickt man auf aktuelle Medienberichte, zeigen sich Hoffnungsschimmer: Modernisierungen wie nachhaltiges Bauen und digitale Werkzeuge könnten, so Experten, dem Handwerk neues Wachstum bescheren – vorausgesetzt, Politik und Wirtschaft ziehen an einem Strang. Ein weiteres großes Thema: Der massive Fachkräftemangel, der sich laut einer neuen Umfrage zuspitzt und viele Betriebe zu Notlösungen zwingt. Die Handwerkskammern fordern deshalb gezielte Fördermaßnahmen und entlastende Bürokratieabbau-Initiativen. Rund um diese Gemengelage wird das Handwerk auch 2024 zwischen Anpassungsdruck und Traditionssicht weiter um seinen Platz kämpfen.