Ein Sprecher des teilstaatlichen Energieversorgers SEFE bestätigte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital, dass die vertraglich vereinbarten LNG-Lieferungen aus Oman erfolgreich angelaufen sind – davon unbeeindruckt, was politisch gerade rund um den Persischen Golf tobt. Die Partnerschaft zwischen SEFE und Oman LNG besteht offiziell seit 2023; sie sieht eine jährliche Lieferung von 0,58 Milliarden Kubikmetern Flüssiggas über einen Zeitraum von vier Jahren vor. Zwar beginnt die größere Mengenauslieferung erst ab 2026, aber offenbar laufen schon jetzt erste Lieferungen testweise an. Während durch Angriffe und Blockaden (etwa an der berühmt-berüchtigten Straße von Hormus) viele Golf-Staaten wie Katar kaum noch LNG verschiffen können, bleibt Oman bislang verschont. Interessant ist dabei übrigens, dass Oman's Häfen weiter frei zugänglich sind, da sie – anders als etwa Katar – östlich der Engstelle liegen. Iranische Drohungen erscheinen hier durchlässig wie das Gas selbst. Und ganz nebenbei: Vielleicht wird in solchen Krisenmomenten ohnehin zu wenig über die Bedeutung funktionierender Handelsrouten gesprochen.
Der Start der LNG-Lieferungen aus Oman nach Deutschland signalisiert für die Bundesrepublik eine willkommene Diversifizierung ihrer Energiequellen – gerade jetzt, wo die geopolitischen Unsicherheiten am Golf erneut jedes Sicherheitsgefühl erschüttern. SEFE, das nach dem russischen Gas-Lieferstopp 2022 massiv verstaatlicht und neu ausgerichtet wurde, sucht gezielt nach Alternativen zu wackeligen Beziehungen; Oman als Partner könnte da zum klugen Schachzug werden. Aktuelle internationale Berichte verweisen darauf, dass Oman in den letzten Wochen – trotz geopolitischer Spannungen – an seiner Stabilität festhielt, was auch dem bislang geringeren außenpolitischen Druck und der geringeren Bedeutung im regionalen Machtgefüge zu verdanken sein dürfte. Zudem haben deutsche Energieunternehmen zuletzt weitere Verträge mit Kanada und den USA in ähnlicher Größenordnung vorangetrieben, um Versorgungsengpässe und politische Risiken abzufedern.