Da legt das Münchner ifo-Institut nun Zahlen auf den Tisch, die zu denken geben: Über 31 Prozent der deutschen Industrieunternehmen fühlen sich im internationalen Kontext – außerhalb der EU wohlbemerkt – abgehängt. Innerhalb Europas bleibt die Zahl mit 17,2 Prozent etwas niedriger, aber Luft nach oben ist auch das eigentlich nicht. Klaus Wohlrabe, der Kopf hinter den Umfragen, ist ehrlich: Der negative Trend hält nicht erst seit gestern an, sondern schleicht sich über Jahre ein. Betroffen sind nahezu alle Sparten, aber wie so oft trifft es manche Branchen besonders hart – Metallerzeuger und Chemieunternehmen stecken, mit Quoten um die 45 Prozent und mehr, richtig tief im Stimmungstief fest. Auch dem Maschinenbau geht der Schwung aus; vier von zehn Unternehmen schlagen Alarm. Kurzer Hoffnungsschimmer am Horizont: Die Autobranche scheint immerhin in Europa ihre Lage etwas stabilisieren zu können – auf den Weltmärkten sieht es aber weiter trübe aus. Fazit von Wohlrabe: Ohne radikale Veränderungen, politische wie wirtschaftliche, droht Deutschland langfristig den Anschluss zu verlieren. Allmählich wird es eng.
Das ifo-Institut hat aufgezeigt, dass die deutsche Industrie – vom Maschinenbau bis zur Chemie – merklich an Konkurrenzkraft verliert, vor allem außerhalb Europas. Viele Firmen führen dies auf hohe Energiepreise, Bürokratiestau und schleppende Digitalisierung zurück. Laut neueren Berichten von FAZ, ZEIT und Handelsblatt verschärft sich das Problem durch die aktuelle Wirtschaftsflaute, die auch Investitionsbereitschaft und Innovationskraft dämpft. Die Automobilindustrie hält sich noch relativ wacker auf dem europäischen Markt, leidet aber beim Export (besonders nach China und den USA) unter neuen Handelsbarrieren und Kostensteigerungen. Angesichts der Entwicklungen fordern Wirtschaft und Experten spürbare Reformen etwa beim Abbau bürokratischer Hürden, einer Neuausrichtung der Energiepolitik und stabileren Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung. Ohne ein Umdenken, warnen Branchenvertreter unisono, könnte der Industriestandort Deutschland weiter ins Hintertreffen geraten.