BDEW spricht sich für strategische Gasreserve aus – Absicherung für Krisenfälle

Deutschland steht in puncto Gasversorgung immer wieder vor Unsicherheiten. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) plädiert daher nun offen für die Einrichtung einer strategischen nationalen Gasreserve, um im Ernstfall handeln zu können.

heute 07:19 Uhr | 2 mal gelesen

Die Realität ist: Wer sich einmal die Hand am Herd verbrannt hat, weiß, dass auch beim Thema Energie irgendwann ein unerwartetes Zittern im Bauch zurückbleibt. Kerstin Andreae, Chefin beim BDEW, hat es so formuliert: Eine Gasreserve für Ausnahmesituationen könnte Deutschland widerstandsfähiger machen – also wie eine Art Sicherheitsnetz bei Achterbahnfahrt im Dunkeln. Aber wichtig, sagt sie, sei ein genauer Rahmen, fast schon ein Notfallknopf mit Plastikdeckel drauf: Die Speicher sollen nicht dafür herhalten, Preissprünge für die Verbraucher abzufedern oder den Markt zu verwässern. Sie sind einzig und allein dazu gedacht, echte Versorgungslücken zu stopfen, falls etwa geopolitische Stürme losbrechen oder eine Pipeline am anderen Ende der Welt platzt. Auch Klaus Müller von der Bundesnetzagentur trommelt für so eine Reserve, aber betont: Klar definierte Regeln sind Pflicht, damit Flexibilität und Marktsicherheit sich nicht gegenseitig in die Suppe spucken. Für mich klingt das, als hätte man endlich mal aus der Vergangenheit gelernt – wobei, wissen wir schon, wie die nächste Energiekrise aussieht?

Der Wunsch nach einer strategischen Gasreserve ist kein bloßer Reflex, sondern eine fast zwangsläufige Reaktion auf die aktuellen geopolitischen Risiken und die jüngsten Erfahrungen während der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs. Vertreter aus Politik und Energiewirtschaft argumentieren, dass ein solches Notfall-Backup extrem wichtig ist, weil kurzfristige Störungen – sei es durch politische Konflikte, technische Ausfälle oder plötzliche Nachfragespitzen – immer denkbar bleiben. Die Reserve soll eng an Notfallszenarien gebunden und mit klaren, transparenten Regularien versehen sein, um auch in einer veränderten europäischen Energiearchitektur Versorgungssicherheit, aber eben keinen unkontrollierten Markteingriff, zu garantieren. Außerdem geben Marktbeobachter zu bedenken, dass in Zukunft neben Gas auch andere Energieträger wie grüner Wasserstoff stärker in die strategische Überlegung einbezogen werden könnten. Kritisch wird angemerkt, dass solche staatlich begründeten Reserven zwar Sicherheit bringen, aber die Kosten und möglichen Einfluss auf Marktmechanismen sorgfältig abgewogen werden müssen. Insgesamt wird die Diskussion in Deutschland und der EU an Fahrt gewinnen – gerade in der Debatte um Autarkie, Energiemix und Versorgungssouveränität.

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