Früher? Da galt in Deutschland das Prinzip: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Inzwischen sind rekordbrechende Staatsschulden fast zur neuen Normalität geworden – zumindest wenn man sich die aktuell vorgestellten Zahlen für 2025 anschaut. Über 119 Milliarden Euro sind es dieses Mal, vier Milliarden mehr als im Jahr davor. Das weckt Erinnerungen an Krisenjahre, nur dass es diesmal keinen Shutdown gibt, sondern ein Wirtschaftsplus – wenn man 0,2 Prozent überhaupt so nennen möchte.
Kay Gottschalk, einer der führenden Köpfe der AfD, lässt kein gutes Haar an diesem Kurs: Für ihn ist das Defizit nicht bloß ein Ausreißer, sondern das logische Ende einer jahrelangen Politik, die auf die Morgenröte kreditfinanzierten Wohlstands setzt. Die viel diskutierte Schuldenbremse, einst als Bollwerk gegen Haushaltslöcher eingeführt, ist laut Gottschalk längst zur Lachnummer verkommen – durch Ausnahmen und jene „Sondervermögen“, die den Haushalt wie eine Staubdecke überziehen.
Gottschalks Rezept? Ein finanzielles Kaltbad: Radikale Ausgabenkürzungen vor allem bei Projekten, die er als ideologisch motiviert abtut. Keine weiteren Ausnahmen bei der Schuldenbremse und eine kompromisslose Sanierung des Haushalts. So scharf formuliert, so strittig. Wie sehr die Zinsen weiter steigen, wer am Ende für die heutigen Löcher haftet – das werden spätestens die kommenden Generationen ausbaden dürfen.
Kontaktdaten der Partei gibt es übrigens noch immer ganz klassisch per Telefon, E-Mail oder sogar Brief. Ob der nächste Haushalt schon per Chatbot diskutiert wird, steht in den Sternen.
Deutschland plant nach aktuellen Zahlen für 2025 ein Haushaltsdefizit von 119,1 Milliarden Euro, womit das Defizit weiter steigt und die bestehende Schuldenproblematik verschärft. Diskutiert wird vor allem, wie sinnvoll die Aufweichung der Schuldenbremse angesichts globaler Krisen, gestiegener Zinsen und notwendiger Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung tatsächlich ist. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht Bundesfinanzminister Lindner von 'dramatischem Konsolidierungsbedarf', während Ökonomen wie Marcel Fratzscher betonen, dass ein reines Sparen Gefahren für Zukunftsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt berge; eine auf lange Sicht tragfähige Lösung liegt noch nicht auf dem Tisch.