Im Mittelpunkt des Wirbels steht die Veröffentlichung eines alten Videos von Manuel Hagel, das Fragen zu Sexismus und Sensibilität im politischen Alltag aufwirft. Nina Warken, die als Ministerin und Frauenpolitikerin lange mit Hagel zusammengearbeitet hat, nimmt ihn ausdrücklich in Schutz und bezeichnet die Aufregung als kalkuliert und wahlkampfgetrieben. Die Debatte lenkt den Fokus einmal mehr darauf, wie schnell der politische Ton bei (vermeintlichen) Fehltritten rauer werden kann, wobei die gesellschaftliche Erwartungshaltung an Politiker – gerade im Hinblick auf Gleichstellung – weiter gestiegen ist. Ergänzend: In aktuellen Medienberichten wird zudem diskutiert, dass Parteien gezielt Themen instrumentalisieren, um Gegner kurz vor Wahlen zu schwächen. Eine Rolle spielt auch die Frage, wie Sozialen Medien und Pointen-Politik Empörung beschleunigen; manche Stimmen fordern mehr Gelassenheit und echte Aufklärung statt reiner Skandalisierung. Interessant ist, dass CDU und Grüne das Thema jeweils als Beispiel für „die Sünden der anderen“ nutzen, während viele Wählerinnen und Wähler sich in Online-Diskussionen mehr Sachlichkeit, aber auch Konsequenz wünschen.