Dieselpreis erreicht Rekordhöhe – Österreich-Modell stößt auf Kritik

Die Spritpreise schießen in Deutschland weiter in die Höhe – besonders Diesel ist betroffen. Laut ADAC stiegen die Preise innerhalb nur einer Woche um über 13 Cent je Liter. Das sogenannte Österreich-Modell, das Preissteigerungen an Tankstellen regulieren sollte, kassiert daher jetzt herbe Kritik.

heute 14:09 Uhr | 3 mal gelesen

Was derzeit an deutschen Tankstellen abgeht, fühlt sich für viele wie ein schlechter Scherz an – und das trotz eines in den letzten Tagen sogar zurückgegangenen Ölpreises. Plötzlich steht Diesel bei fast zweieinhalb Euro pro Liter, und Super E10 tastet sich Richtung 2,20 Euro heran. Wer regelmäßig tankt, spürt es im Portemonnaie: Seit einer Woche sind die Preise für Diesel satte 13,1 Cent gestiegen, bei Super E10 immerhin 8,1 Cent. Der ADAC hat dazu eine klare Meinung: Das neue Preisregel-Modell nach österreichischem Vorbild, das eigentlich mehr Transparenz und Planbarkeit schaffen sollte, geht für Verbraucherinnen und Verbraucher nach hinten los. Denn Tankstellen dürfen nur einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – die Preise erhöhen, dürfen diese aber im Tagesverlauf beliebig oft senken. Die Realität? Die Preise werden fast immer pünktlich zur Mittagszeit kräftig angehoben und sinken danach kaum. Klar, etwas Übersichtlichkeit ist gewonnen, aber der Preis ist am Ende trotzdem kräftig gestiegen. "Das Modell erweist sich im Endeffekt als kontraproduktiv", so der ADAC. Besonders ärgerlich: Trotz aktuell sinkendem Ölpreis gibt es keine Entlastung – dabei sollte ja eigentlich „das Billigere“ an den Zapfsäulen ankommen. Wer trotzdem sparen will, dem hilft nach wie vor eine App wie "ADAC Drive": Hier kann man nachschauen, welche Tankstelle gerade am wenigsten verlangt und sich so zumindest ein kleines bisschen Abhilfe verschaffen. Die Entwicklung der letzten Woche lässt ahnen, dass der Frust am Tank noch eine Weile anhalten dürfte – spätestens bis die Bundesregierung oder die Raffinerien ihre Preispolitik überdenken. Dabei wäre es genau jetzt angebracht, faire Weitergabe der gesunkenen Rohölpreise an den Endverbraucher zu fordern.

In den letzten Tagen sind die Kraftstoffpreise besonders für Diesel in Deutschland drastisch angestiegen, obwohl der Ölpreis zeitweise spürbar gefallen ist. Das Österreich-Modell, das vorsah, Preiserhöhungen an den Tankstellen auf einen einzigen Zeitpunkt am Tag zu beschränken, hat laut ADAC nicht zu den erhofften Verbesserungen geführt, sondern bescherte vor allem höhere Preise um die Mittagszeit. Verbraucherschutzverbände und ADAC fordern, dass Preissenkungen durch Ölpreisrückgänge schneller und transparenter an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. Aktuelle Recherchen ergeben: Die Diskussion um die Spritpreise erfasst nicht nur Autofahrende, sondern auch Spediteure und Pendler, die zunehmend Druck auf die Politik ausüben. Mehrere Medien wie die Süddeutsche Zeitung und Der Spiegel berichten von Forderungen nach Eingriffen der Bundesregierung, etwa durch temporäre Steuersenkungen oder strengere Kontrollen möglicher Preisabsprachen bei den Mineralölkonzernen. Außerdem wird immer wieder die verstärkte Nutzung von Preistracking-Apps und die Bedeutung kollektiven Verbraucherverhaltens hervorgehoben, um kurzfristig Kosten zu sparen und mittelfristig Druck auf die Anbieter auszuüben.

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