DRK-Chef warnt eindringlich vor dramatischer Lage im Libanon
Angesichts der fortdauernden israelischen Angriffe weist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf die sich zuspitzende Notlage im Libanon hin. DRK-Präsident Hermann Gröhe sieht die Krankenhäuser am Limit und warnt, dass wichtige Medikamente bald knapp werden könnten, falls die Gewalt nicht nachlässt. Laut Gröhe wurde die ohnehin schon prekäre Lage der Bevölkerung durch jüngste Angriffe, auch auf bewohnte Gebiete, weiter verschärft.
heute 11:27 Uhr | 2 mal gelesen
„Die tatsächlichen Auswirkungen lassen sich momentan kaum beziffern. Trotzdem muss davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Toten bereits in die Hunderte und die der Verletzten in die Tausende geht,“ erklärt Gröhe. Die Eskalation des Konflikts bringt eine neue, zutiefst besorgniserregende Dimension mit sich. Besonders bewegt hat Gröhe, wie immer wieder zivile Opfer ‚in Kauf genommen‘ werden – und auch diejenigen, die eigentlich helfen wollen, geraten vermehrt ins Fadenkreuz. 2024 und 2025 kamen bereits – weltweit betrachtet – weit über 300 humanitäre Mitarbeitende ums Leben, darunter viele aus DRK-Partnerorganisationen. Sogar in diesem Jahr wurde mindestens ein Helfender des Libanesischen Roten Kreuzes getötet. Deshalb appelliert Gröhe nachdrücklich daran, dass das humanitäre Völkerrecht kein bloßes Lippenbekenntnis bleiben darf: Gesundheitseinrichtungen, medizinisches Personal und Zivilisten müssten grundsätzlich geschützt werden. Wenn diese Grundsätze nicht eingehalten werden, droht neben unfassbarem menschlichen Leid auch ein massiver Vertrauensverlust in das internationale Recht.
Der DRK-Präsident Hermann Gröhe schlägt Alarm wegen der sich drastisch verschlimmernden Versorgungslage im Libanon. Nach seinen Angaben sind die Kliniken mit verletzten Zivilisten völlig überfüllt, wichtige Medikamente fehlen bereits oder drohen auszugehen – vor allem, falls der Krieg weitergeht. Besonders beklagt Gröhe, dass in den aktuellen Auseinandersetzungen offenbar immer weniger Rücksicht auf Zivilisten und humanitäre Helfende genommen wird; weltweit wurden innerhalb nur eines Jahres über 300 humanitäre Helfende getötet – ein beängstigender Trend. Die Einhaltung des humanitären Völkerrechts sei laut Gröhe unabdingbar, insbesondere der Schutz der Zivilbevölkerung und der medizinischen Infrastruktur. Recherchen der letzten Tage zeigen, dass sich der Konflikt an der israelisch-libanesischen Grenze zuletzt verschärft hat; etwa die Süddeutsche Zeitung berichtet von einem möglichen Großangriff Israels auf Hisbollah-Stellungen, der Zeitrahmen sei unklar. Viele internationale Organisationen bereiten sich auf weitere Fluchtbewegungen und Versorgungslücken vor. Insbesondere humanitäre Organisationen wie das DRK fordern dringend den Zugang zu den betroffenen Gebieten, um Schlimmeres zu verhindern.