Kristian Loroch, der stellvertretende Vorsitzende der EVG, schlägt ernste Töne an: Die Gewaltwelle gefährde das ganze System. Solch ein Schwund an Personal wäre kaum aufzufangen. Es steht also ziemlich viel auf dem Spiel. Sollte sich nichts tun, könnten die Folgen krasser sein, als Bahnstreiks oder kaputte Gegensprechanlagen: einfach mal Züge und Busse, die gar nicht mehr fahren, weil niemand da ist.
Die Statistik erzählt über Jahre eine unerbittliche Geschichte: Übergriffe auf das Bahn-Personal haben sich binnen eines knappen Jahrzehnts verdoppelt! Und spätestens der schockierende Fall des ermordeten Schaffners Serkan C. sitzt vielen noch im Nacken. Was fordern die Mitarbeiter? Klare Sache: Mehr Personen im Zug, mehr Sicherheit, mehr Polizei bei riskanten Fahrten. Besonders Busfahrer fordern Schutz wie Notrufsysteme oder Kameras—Sie fühlen sich regelrecht ausgeliefert. Der Ton ist alarmiert, die Probleme sind bekannt, der Wandel bleibt schleppend. Irgendwie zieht sich die Gesellschaft immer wieder darum herum, nachhaltig eine Lösung zu schaffen.
Die steigende Gewalt gegen Bahnmitarbeitende ist kein isoliertes Problem, sondern spiegelt eine besorgniserregende gesellschaftliche Entwicklung wider. Jenseits von Statistiken zeigt sich, dass die emotionale und psychische Belastung stetig zugenommen hat. Aktuelle Medienberichte betonen, dass vor allem der Personalmangel selbst wieder zur Sicherheitslücke wird, denn je weniger Kolleginnen und Kollegen im Einsatz sind, desto riskanter fühlt sich jede Fahrt an. Zusätzlich setzt die Bahn laut neuesten Meldungen verstärkt auf Präventionsprogramme und Sensibilisierung, etwa Workshops im Umgang mit Konfliktsituationen – bislang bleibt die Wirksamkeit aber offen. Besonderes Augenmerk liegt nun auch auf neuen Kontrolltechnologien und der Forderung nach mehr Polizeipräsenz, wie sie zuletzt auf Bahnhöfen in Großstädten pilotiert wurden.