Deutsche Politik bleibt reserviert gegenüber Pahlavis möglicher Rolle in Iran

Sowohl Bundesregierung als auch führende Außenpolitiker verschiedener Parteien reagieren vorsichtig auf die Idee, dass Reza Pahlavi – Sohn des letzten Schahs – nach einem möglichen Ende des Mullah-Regimes in Teheran eine zentrale Rolle spielen könnte.

06.03.26 18:40 Uhr | 5 mal gelesen

Es sei am iranischen Volk selbst, die Weichen für die künftige Regierung zu stellen – so kommentiert das Auswärtige Amt die Debatte um Reza Pahlavis eventuelle Rolle nach einem Regimewechsel. Auch Jürgen Hardt (CDU/CSU) äußerte nach einem Treffen mit Pahlavi Bedenken: Regierungen sollten nicht durch Absprachen im Ausland installiert werden, sondern durch die Menschen im Land selbst bestimmt werden. Die Idee eines demokratischen und modernen Iran mit breiter Beteiligung, insbesondere von Frauen und Minderheiten, finde generell Zuspruch. Adis Ahmetovic (SPD) erkennt an, dass viele Exil-Iraner, auch in Deutschland, Pahlavi unterstützen – dennoch sei die iranische Oppositionsbewegung insgesamt bunt und vielschichtig. Vorstellungen vom weiteren Wandel seien bei den verschiedenen Gruppen durchaus unterschiedlich ausgeprägt. Bijan Djir-Sarai (FDP) indes sprach sich entschieden für eine Anerkennung Pahlavis als Galionsfigur des Freiheitskampfes aus – nur er könne den Wandel glaubhaft begleiten. Pahlavi – zu Monarchiezeiten Kronprinz, nach der Revolution von 1979 dauerhaft im Exil – hat zuletzt verstärkt Führungsansprüche innerhalb der zersplitterten iranischen Opposition formuliert. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar und einer Massendemonstration der Opposition trat er als prominente Stimme auf.

Unterschiedliche Akteure in der deutschen Politik zeigen sich vorsichtig bis skeptisch gegenüber Pahlavis Führungsanspruch für einen zukünftigen Iran. Während die Bundesregierung betont, dass allein das iranische Volk die nächste Regierung bestimmen solle, sehen CDU/CSU und SPD zwar die Dynamik um Pahlavi, aber auch die Vielschichtigkeit der iranischen Oppositionslandschaft. Zugleich wurde in aktuellen Medienberichten hervorgehoben, dass Pahlavis Rolle insbesondere im Ausland – etwa auf der Münchner Sicherheitskonferenz – stark symbolisch aufgeladen ist, während die tatsächliche Unterstützung innerhalb Irans als diffus gilt. Recherchen zeigen zudem, dass verschiedene politische Gruppierungen außerhalb des Iran eher moralische oder symbolische Unterstützung leisten, ohne konkrete Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklungen im Land selbst zu haben. Ferner wird von Experten im Auslandsjournalismus hervorgehoben, dass ein politischer Umbruch im Iran ein komplexer und langwieriger Prozess mit vielen Unsicherheitsfaktoren bleibt, wobei Pahlavi für einige zum Hoffnungsträger, für andere hingegen zur Projektionsfläche divergierender Erwartungen geworden ist.

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