Düstere Aussichten: Einzelhandel steht weiter unter Druck

Die Lage im deutschen Einzelhandel verschlechtert sich im Februar spürbar weiter.

heute 07:55 Uhr | 4 mal gelesen

Das Geschäftsklima im Einzelhandel, erhoben vom Ifo-Institut aus München, ist im Februar auf -27,7 Punkte gefallen, nachdem im Januar noch -24,1 Zähler registriert wurden. Vor allem die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fiel unter den Einzelhändlern deutlich pessimistischer aus. Die Zukunftsperspektiven blieben ebenfalls von Skepsis geprägt: Ein vorsichtiger Start ins Jahr, so fasste es Ifo-Experte Patrick Höppner zusammen. Besonders die Unsicherheit im geopolitischen Umfeld und mögliche Preissteigerungen bei Energie drücken zusätzlich auf die Kauflaune – und in der Folge auf die Lage der Händler. Interessanterweise war das Bild nicht in allen Sparten gleich trübe: Während etwa Möbelhäuser und Modegeschäfte besonders betroffen waren, zeigte sich bei den Lebensmittelhändlern und Autohäusern im Detail eine leichte Stimmungsaufhellung. Doch diese Befragungen fanden noch vor der jüngsten Eskalation im Iran-Konflikt statt – ein Umstand, der die Gefühle im Nachgang wohl kaum verbessert haben dürfte. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen sieht sich der Handel deutlich im Hintertreffen, sowohl, was die momentane Geschäftslage betrifft, als auch bei den Erwartungen für die kommenden Monate. Preissteigerungen werden aktuell vor allem von Möbel- und Lebensmitteleinzelhändlern intensiver erwartet. Auch der Stellenabbau steht weiter im Raum. Immerhin hat sich die Situation beim Fachkräftemangel – vermutlich als Folge weniger Neueinstellungen – zuletzt leicht entspannt.

Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel zeigt im Februar einen deutlichen Rückgang, mit verstärktem Pessimismus bei der Beurteilung der aktuellen Situation und den Erwartungen; nur wenige Teilbranchen, wie der Lebensmitteleinzelhandel und Autohäuser, berichten von einer minimal besseren Stimmung. Die Unsicherheit infolge globaler Konflikte – insbesondere steigender Energiepreise und politischer Spannungen – überschattet deutlich das Konsumklima in Deutschland und könnte sich weiter verschärfen, wenn geopolitische Risiken anhalten. Neuere Analysen ergänzen, dass auch die sinkende Kaufkraft und eine anhaltende Verunsicherung der Verbraucher durch Inflation, geringe Lohnzuwächse und eine abwartende Haltung bei großen Anschaffungen einen kräftigen Einfluss haben, was mehr und mehr Einzelhändler zu einer vorsichtigen Preispolitik und Beschäftigungsplanung zwingt. Laut einer aktuellen Übersicht der taz leidet besonders der Modeeinzelhandel unter anhaltender Kaufzurückhaltung, während die Lebensmittelbranche moderate Zuwächse verzeichnet. Die FAZ berichtet von zunehmenden Ladenschließungen in Innenstädten, da viele Händler den Kostendruck nicht mehr auffangen können – als weiterer Belastungsfaktor gelten Online-Konkurrenz und der schleppende Tourismus. Spiegel.de schreibt, dass auch große Einzelhandelsketten verstärkt auf Filialabbau und digitales Geschäft setzen, um sich dem veränderten Konsumverhalten und dem Personalmangel anzupassen.

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