Ganz ehrlich, die Sache mit den Drohnen für die Bundeswehr nimmt Tempo auf, auch wenn noch etliche Details im Nebel liegen: Preise, Anzahl, technische Tücken? Das klären, meinte Röwekamp, traditionell die Abgeordneten selbst. Interessant ist sein Pragmatismus – er sagt quasi: Hauptsache, flott kaufen, denn Russland zeigt uns tagtäglich in der Ukraine, wie wichtig so eine Fähigkeit ist. Vor allem auch für das neu aufzubauende Heer in Litauen. Die deutsche Industrie, etwa Stark Defence oder Helsing, scheinen bereit, liefern zu können – gleich per Direktvergabe, weniger bürokratisch. Dass Peter Thiel bei Stark Defence investiert ist und ihm Trump-Nähe nachgesagt wird, hält Röwekamp für überbewertet, weil Thiels Anteil minimal sei. Konkret steht nächste Woche im Verteidigungs- und Haushaltsausschuss die Entscheidung über einen 600-Millionen-Euro-Deal an. Brisant: Stark Defences Drohnen kosten offenbar mehr und sind vielleicht noch nicht „ausentwickelt“, während Heilings Angebot günstiger und womöglich stabiler ist. Pistorius, der Verteidigungsminister, bleibt zurückhaltend und will genauer hinsehen, wie groß Thiels Einfluss tatsächlich ist. Vieles bleibt unklar, aber nächste Woche könnte es Klarheit geben – oder zumindest die nächste Runde Ungewissheit.
Röwekamp steht klar hinter einem raschen Erwerb von Kampfdrohnen für die Bundeswehr und sieht die sicherheitspolitische Notwendigkeit angesichts der aktuellen Kriegslage in Europa. Die größere Debatte dreht sich jedoch um die Auswahl des Anbieters: Während Stark Defence durch einen prominenten US-Investor auffällt, ist das Angebot eventuell teurer und technisch weniger ausgereift als das des Konkurrenten Helsing. Verteidigungsminister Pistorius mahnt an, bei Einflussnahme durch Investoren genau hinzuschauen – die endgültige Entscheidung zur 600-Millionen-Euro-Beschaffung fällt womöglich schon in den nächsten Tagen. Ergänzend berichteten in den vergangenen Stunden verschiedene Medien wie die *Süddeutsche Zeitung* und die *FAZ* über eine hitzige Parlamentsdebatte zur europäischen Verteidigungsautonomie; taz.de befasste sich mit jüngsten Protesten gegen Rüstungsexporte angesichts des Ukraine-Kriegs. Interessant ist, dass weder das Ministerium noch die Industrie bisher konkrete technische Vergleichsdaten der beiden Drohnenanbieter offenlegten, sodass Fragen zur Transparenz und Vergabepraxis mitschwingen.