Bayers Glyphosat rückt ins Zentrum der US-Sicherheitsinteressen – eher ein politischer Schachzug als eine Agrarreform. Die Entscheidung, Glyphosat und das nötige Phosphat dem 'Defense Production Act' zu unterstellen, illustriert ziemlich deutlich, wie stark ökonomische Interessen und politische Maßnahmen in der Landwirtschaftspolitik der USA verschmelzen. Während Umweltschützer monieren, dass sich dadurch die Diskussion über Gesundheitsrisiken weiter verschiebt und Bayer zusätzlichen Schutz erhält, stehen gleichzeitig Tausende von Klagen gegen den Konzern aus, wegen möglicher Krebsrisiken im Zusammenhang mit dem Mittel. Zusätzlich kursieren in Fachkreisen Zweifel, ob die nationale Sicherheit tatsächlich von Glyphosat abhängt – oder ob das Produkt am Ende einfach gut politisch vernetzt ist. Neue Recherchen zeigen außerdem, dass Bayer vor den US-Wahlen gezielt auf Gesetzgeber eingewirkt hat, um die Aufnahme in den DPA zu begünstigen. Mehrere Medien diskutieren aktuell, ob mit dieser Entscheidung die großen Umweltprozesse in den USA einen Präzedenzfall erleben. Nebenbei berichtet die taz, dass auch andere Konzerne bei ähnlichen Umweltfragen auf politischen Rückhalt hoffen. In Deutschland wird weiterhin gestritten, ob ein ähnlicher Schutz für Glyphosat selbst zur Debatte stehen sollte.