Grüne plädieren für Jugenddialog zur Regulierung von Social Media
Nachdem Kanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich ein Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder forderte, regt der stellvertretende Fraktionschef der Grünen, Andreas Audretsch, an, die Thematik nicht vorschnell abzuhaken. Er betonte gegenüber RTL und ntv, wie wichtig eine offene Diskussion über Restriktionen und neue Anforderungen sei – beispielsweise bei Algorithmen, die süchtig machen.
heute 11:24 Uhr | 2 mal gelesen
Statt pauschaler Schnellschüsse wollen die Grünen direkt mit betroffenen Jugendlichen in den Dialog treten. Es steht die Idee im Raum, ein eigenes Jugendforum einzurichten, in dem junge Leute ihre Sicht schildern und Lösungen mitentwickeln können – wie lassen sich Schutz und Teilhabe sinnvoll verbinden? Andreas Audretsch sieht das Ganze als doppelten Ansatz: Einerseits strengere Rahmenbedingungen und Gesetze, andererseits Bildung und Förderung von Medienkompetenz. Junge Menschen sollten sowohl vor problematischen Plattformmechanismen geschützt als auch befähigt werden, soziale Medien kritisch und eigenständig zu nutzen. Gerade diese Balance – bei der Politik, Nutzer*innen und Gesellschaft zusammenarbeiten – scheint hier der entscheidende Punkt zu sein. Ganz ehrlich: Einfach alles verbieten? Das überzeugt nicht jeden. Münchhausen hätte seine Freude an den Mythen über Social Media, aber die Wirklichkeit will eben differenziert betrachtet werden.
Die Debatte um Einschränkungen für Kinder und Jugendliche auf Social Media-Plattformen ist jüngst durch Positionen wie jene von Friedrich Merz wieder aufgeflammt. Die Grünen fordern einen Beteiligungsprozess mit jungen Menschen, um praxistaugliche und ausgewogene Maßnahmen zu entwickeln. Neuere Analysen, unter anderem von Netzpolitik-Experten und Erziehungswissenschaftlern, zeigen, dass ein reines Verbot kaum wirkt, da es meist leicht zu umgehen ist und Jugendliche dann auf intransparentere Kanäle ausweichen könnten. Vergleichbare Initiativen in anderen EU-Ländern setzen nicht nur auf Altersbeschränkungen, sondern zunehmend auf algorithmische Transparenz und Haftungspflichten für Plattformbetreiber. Zudem werden Bildungspolitik und gezielte Informationskampagnen in den Vordergrund gestellt, um Medienkompetenz umfassend zu stärken. Laut FAZ und Zeit wurde in dieser Woche auch diskutiert, wie die Bundeszentrale für politische Bildung und Schulen enger zusammenarbeiten könnten, um auf aktuelle digitale Phänomene zeitnah reagieren zu können.