Junge Union: CDU darf sich beim Parteitag nicht aus der Verantwortung stehlen

Vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart appelliert JU-Chef Johannes Winkel an seine Partei, nicht länger Reformen aufzuschieben.

heute 12:59 Uhr | 3 mal gelesen

Winkel macht seinem Unmut ganz offen Luft: "Gerade im Bereich Sozial- und Wirtschaftspolitik können wir nicht alles auf Kommissionen verschieben", sagte er gegenüber der Rheinischen Post. Die Wirtschaftslage sei angespannt und, so Winkel, die Leute seien es leid, immer wieder nur die Analyse von Problemen serviert zu bekommen. "Am Ende braucht es einen Parteitag, um Nägel mit Köpfen zu machen – keinen Verwaltungsakt!", fordert der Vorsitzende der Jungen Union. Seiner Meinung nach ist es Zeit, dass die CDU den Mut aufbringt, wirklich zu entscheiden. Kreativität allein bringt keine Lösung. Manuel Hagel, CDU-Spitzenmann in Baden-Württemberg, freut sich währenddessen über die Ankündigung, dass Ex-Kanzlerin Angela Merkel beim Treffen in Stuttgart dabei sein wird. "Das ist ein starkes Signal! Gerade jetzt ist Geschlossenheit gefragt", so Hagel im Gespräch mit ntv. Was die Stimmung zwischen Merkel und Friedrich Merz angeht, bleibt Hagel gelassen: "Da wird übertrieben. Entscheidend ist, dass alle wissen, wie sehr Deutschland auf eine starke, geschlossene CDU angewiesen ist." Ehrlich gesagt – das Statement klingt fast wie ein Aufmunterungsruf am Spielfeldrand.

Die Junge Union mahnt ihren CDU-Parteitag eindringlich an, die Debatte und Entscheidung zu zentralen Sozial- und Wirtschaftsreformen nicht weiter zu vertagen. JU-Chef Johannes Winkel fordert greifbare Beschlüsse und warnt vor einem weiteren Parteitag, der sich in Kompromissen oder Kommissionen verliert. Die Präsenz von Ex-Kanzlerin Merkel wird einerseits als Zeichen der Einigkeit gesehen; andererseits betonen führende CDU-Politiker, dass die Partei jetzt mit Entschlossenheit und Zusammenhalt überzeugende Konzepte liefern müsse – auch vor dem Hintergrund einer spürbar kriselnden Wirtschaft. Darüber hinaus wurde berichtet, dass die Union aktuell unter Druck steht, ihre inhaltliche Linie zu schärfen, da Wähler wie auch Wirtschaft und Sozialverbände laut jüngsten Medienberichten von der CDU mehr Klarheit und Richtungsfestigkeit einfordern. Auch innerhalb der Parteibasis ist ein wachsendes Unbehagen zu spüren, dass sich die CDU zu häufig in internen Prozessen und Machtfragen verliert, statt mutige, konkrete Politik zu präsentieren. Zusätzliche Stimmen fordern, die Integration verschiedener Flügel und eine breitere gesellschaftliche Verankerung aktiver anzugehen, um wieder als eine echte Gestaltungspartei wahrgenommen zu werden.

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