Handwerksbetriebe brauchen Planungssicherheit, besonders bei Kundenzahlen – am besten käme die Mehrheit der Anfragen aus dem näheren Umkreis. Doch: Die große YouTube-Bühne spielt nach eigenen, überregionalen Regeln. Viele Handwerker hoffen, mit Videos bundesweit sichtbar zu werden und mehr Aufträge zu gewinnen – doch meist gucken eher Interessierte von überall in Deutschland zu, sogar Leute aus Düsseldorf, die niemals ihren Wasserhahn in Hannover reparieren lassen würden.
Viele schauen zu, wenige kaufen vor Ort
Auf den ersten Blick sieht die YouTube-Statistik nach Traumzahlen aus, doch die Landkarte zeigt: Nur ein winziger Bruchteil der Klicks stammt aus der Region. Selbst bei passgenauem Content bleiben lokale Anfragen Mangelware. Wer will schon ein kompliziertes Dach anfragen, wenn er in 400 km Entfernung wohnt? Für viele Betriebe platzt an diesem Punkt der Traum vom digitalen Anrufbeantworter per Social Video.
Wissensdurst statt konkreter Suche nach Handwerk
YouTube wird eher als Lexikon genutzt: Anleitung hier, Tutorial da – Probleme werden eigenhändig gelöst, bevor jemand einen Profi ruft. Die Suche nach 'Wie streiche ich eine Wand' bringt zwar Besucher, aber kaum zahlende Kundschaft. Nur selten möchte jemand danach wirklich einen Profi beauftragen, jedenfalls nicht in der eigenen Straße.
Google zieht da meist andere Menschen an: Wer nach 'Handwerker Hannover' googelt, will in der Regel wirklich wen finden und engagieren. Facebook, Instagram und Co. treffen oft mitten ins regionale Herz, etwa wenn der Nachbar die erfrischend renovierte Küche postet. Kurze Sinnpause: Die Plattform bestimmt die Absicht, mit der man dort landet – ein oft unterschätztes Detail.
Warum Tutorials oft einfach nur nett sind – und wenig bringen
Klar, Fachwissen zu zeigen, schindet Eindruck, aber es hilft vor allem der bundesweiten Selbermacher-Fraktion. Der lokale Nutzen? Tendenziell gegen Null. Aufwand und Ergebnis: in der Regel ein schiefes Verhältnis. Viele Handwerksbetriebe investieren viel Zeit in Video-Clips – und wundern sich am Ende doch über ein leeres Telefon.
Werbung auf YouTube? Lokaler als gedacht, aber ...
Man kann via YouTube-Anzeigen auf eine Region zielen, ja – aber das ändert nichts an der Nutzerhaltung. Die meisten sind noch nicht bereit, sofort zu kaufen. Wer bei starker Suchabsicht (Wasserschaden, kaputter Lichtschalter) zuschlägt, mag Glück haben, aber oft bleibt's frustrierend überschaubar.
Gerade bei größeren Aufträgen, wie Badumbauten oder Kernsanierungen, suchen Menschen ohnehin selten auf YouTube. Da laufen Suchmaschinen oder Empfehlungen aus der Region ganz anders auf Hochtouren.
Praxisvergleich: Welcher Kanal liefert wirklich Kunden?
Der Unterschied zwischen Plattformen ist aus der Erfahrung deutlich: Google bringt Anfragen, wo echte Kaufbereitschaft dahinter steckt. Facebook und Instagram helfen, wenn Kundschaft einfach vorbeischneien soll (und dasselbe gilt erstaunlicherweise auch für Mitarbeitergewinnung). YouTube? Prima fürs Image, weniger ein Kunde-bringt-Kanal.
Personalgewinnung: Manchmal punktet YouTube – aber nur als Zusatz
Ein kleiner Lichtblick: Wer Lust auf langfristige Präsenz im Kopf von Bewerbern hat, kann via YouTube-Bilderflut ab und zu Talent überzeugen. Aber auch hier: Meta-Plattformen machen das meist effizienter. Video-Content kann begleiten, zentrale Brücke für neue Kollegen ist er selten.
Fazit zum Schluss
Das große Publikum auf YouTube klingt nach El Dorado, ist für den regionalen Handwerksbetrieb aber oft nur eine Kulisse ohne Happy End. Sichtbarkeit, ja – aber ohne regionale Nachfrage ist es wie ein Werbeschild mitten im Wald. Wer als Handwerker lieber gezielt wachsen will, sollte genauer hinschauen, warum und wo Menschen tatsächlich suchen und kaufen. Reichweite ist nicht gleich Kundengewinn. Am wichtigsten bleibt: Die Frage nach dem Wo entscheidet mehr als das Wie viel.
Über die A&M:
Die A&M Unternehmerberatung GmbH rund um Marvin Flenche und Alexander Thieme hilft Handwerksbetrieben, online planbar Kunden und Mitarbeiter zu finden. Die Agentur hat sich auf Unternehmen im Bau- und Handwerksbereich spezialisiert und zeigt, wie modernes Online-Marketing im Alltag funktioniert. Kontakt und mehr Infos: https://www.am-beratung.de
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Auf YouTube zu glänzen, klingt für viele Handwerksbetriebe zunächst verlockend – schließlich nutzen hierzulande monatlich über 70 Millionen Menschen die Plattform. Doch die Realität: Wer regional neue Kunden gewinnen will, stößt schnell an deutliche Grenzen, denn die allermeisten Zuschauer wohnen weit entfernt. Die Interaktionen auf YouTube drehen sich fast immer um Tipps, Tricks und Problemlösungen, selten um den Wunsch, einen lokalen Profi zu beauftragen. Google, Facebook und Instagram zeigen sich beim gezielten Werben vor Ort meist viel effektiver, gerade auch für umfassende Projekte und die gezielte Ansprache neuer Mitarbeiter. Laut Experten und mehreren aktuellen Marktanalysen setzt sich der Trend zur lokalen Suchmaschinenoptimierung sowie zu gezielter Social-Media-Präsenz bei Handwerksbetrieben weiter fort. Zuletzt hat sich auch das Verhalten der Kundschaft verändert: Die Bereitschaft, erst online zu informieren und dann regional aktiv zu werden, steigt – vor allem dank besserer Filter- und Werbeoptionen bei Suchmaschinen und sozialen Netzwerken.