Lebenslang für Südkoreas Ex-Präsident Yoon nach verhängtem Kriegsrecht

Im spektakulären Gerichtsverfahren rund um Südkoreas früheren Präsidenten Yoon Suk-yeol ist nun das Urteil gefallen: lebenslange Haft für die kurzzeitige Ausrufung des Kriegsrechts.

heute 08:31 Uhr | 4 mal gelesen

Donnerstag, irgendwo zwischen Hoffnung und allerletzter Konsequenz: Ex-Präsident Yoon Suk-yeol wurde von einem südkoreanischen Gericht der Anstiftung zum Aufstand für schuldig befunden. Eigentlich hatten viele – vielleicht auch Yoon selbst – mit der Todesstrafe gerechnet, denn die Staatsanwaltschaft hatte diese explizit gefordert. Doch letztlich blieb das Urteil einen Hauch gnädiger aus, was nicht jedem gefallen dürfte. Was war passiert? Im wilden Dezember 2024, als viele schon an den letzten Kalenderblättern zupften, zog Yoon den drastischen Schritt, vorübergehend das Kriegsrecht zu verhängen – durchaus ungewöhnlich, selbst für südkoreanische politische Dramen. Der Hintergrund: Ein erbitterter Konflikt mit der Parlamentsmehrheit der Opposition, die es auf Mitglieder seines Kabinetts abgesehen hatte und Gesetzgebung erfolgreich blockierte. Die Zeit nach der Kriegsrechtsaufhebung war für Yoon rasch vorbei: Absetzung, Verhaftung, Prozesse. Schon Anfang 2026 folgte eine fünfjährige Haftstrafe wegen Justizbehinderung, aber das war quasi nur das Vorspiel. Jetzt also Lebenslang. Wenn das jemand vor ein paar Jahren prophezeit hätte ... Aber so ist das wohl manchmal mit Macht und Fallhöhe.

Das Urteil gegen Ex-Präsident Yoon Suk-yeol zieht einen tiefen Strich unter eine Phase politischer Turbulenzen in Südkorea. Yoon hatte, ausgelöst durch heftige Auseinandersetzungen mit der parlamentarischen Opposition, das Kriegsrecht verhängt und wurde danach seines Amtes enthoben. Bereits 2026 war er wegen Justizbehinderung verurteilt worden. Interessant ist, dass die verhängte lebenslange Haft im Vergleich zu den Forderungen der Staatsanwaltschaft milder ausfiel, was angesichts Südkoreas bewegter Geschichte mit politischen Skandalen für Diskussionen sorgt. In der öffentlichen Debatte Südkoreas heute spiegelt sich diese Unruhe wider – viele sehen die Entscheidung als notwendiges Zeichen für Recht und Demokratie, andere fürchten eine neue Eskalation im ohnehin polarisierten politischen Klima.

Schlagwort aus diesem Artikel