Neugier & Wandel als neue Leitplanken für Organisationen
Die jüngste Befragung der Managementberatung BearingPoint mit knapp 400 Top-Managern quer durch Europa offenbart: Der typische Ablauf „Pilotprojekt – kurzer Hype – dann wieder Alltag“ funktioniert nicht mehr angesichts der rasenden technologischen Entwicklung. Unternehmen öffnen ihre Strukturen, setzen zunehmend auf interdisziplinäre Teams sowie auf KI-Einsatz im großen Maßstab. Das Ziel: Schlauer, temporeicher und gleichzeitig resilienter gegenüber Marktkrisen oder geopolitischen Schocks zu werden.
„Das klassische, statische Organigramm aus vergangenen Konzernzeiten reicht heute einfach nicht mehr“, kommentiert Tobias Liebscher von BearingPoint. Gerade wenn der KI-Einsatz Realität werden soll, müsse man Tempo aufnehmen, Entscheidungswege abkürzen und die Belegschaft viel breiter einbinden. Überraschend: Viele Firmen investieren zwar – aber echte Durchschlagskraft ist oft Fehlanzeige. Vor allem in der Frage, wie Datenkompetenz und funktionsübergreifendes Arbeiten in der Praxis aussehen, herrscht häufig noch Unsicherheit.
Technologie, aber bitte nicht ohne Kulturwandel
Die Umfrageergebnisse unterstreichen, dass Technologie zwar der Auslöser, aber noch lange nicht der alleinige Problemlöser ist. Laut Studie empfinden fast 70% neue digitale Lösungen – KI vorneweg – als wichtigsten Innovationsmotor. Doch Strukturumbauten, mehr Transparenz und strengere Compliance-Anforderungen erhöhen auch den Transformationsdruck. Und genau an dieser Schnittstelle, wo Strategie, Kultur und Personalentwicklung zusammenkommen, zeigen sich die größten Bremsklötze.
Ein frappierendes Detail am Rande: Trotz der weitverbreiteten Überzeugung, für künftige Herausforderungen gut gewappnet zu sein, haben tatsächlich erst vier Prozent der befragten Unternehmen ein wirklich vorausschauendes, KI-taugliches Betriebsmodell im Kern etabliert. Fehlende Verantwortlichkeit, Wissenslücken und die anhaltende Suche nach geeignetem Personal zählen zu den Top-Hürden für die Transformation.
Die Mischung macht's: Geschwindigkeit, Daten, starke Teams
Wer zu den Vorreitern gehört, punktet durch schnelle Umsetzung, eindeutige Rollenverteilung und die Fähigkeit, von der Strategie nahtlos ins Tagesgeschäft zu wechseln. Doch genau hier spießt es sich in der Realität oft noch. Liebscher mahnt, nicht nur Technik in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch Strukturen, Prozesse und Kultur miteinander zu synchronisieren. Denn dauerhaft profitieren werden vor allem die Unternehmen, die ihr Betriebsmodell anpassungsfähig und nicht nur effizient gestalten.
Ständige Erneuerung statt Einmalumbau
Firmen, die vorne mitspielen wollen, gehen längst dazu über, das eigentliche Organisationsdesign als einen fortlaufenden Verbesserungsprozess zu sehen. Weg vom starren Redesign-Hype, hin zum flexiblen System, das Wachstum, Innovation und Anpassungsfähigkeit wirklich dauerhaft ermöglicht. Klingt logisch, bleibt aber für viele eine echte Herausforderung – denn der Wandel gelingt nur, wenn Führung, Governance und Umsetzung am gleichen Strang ziehen.
Wer jetzt in Richtung datenbasierte, agilere Organisation eingespurt ist, sichert sich die besten Chancen. Die anderen stehen in Gefahr, den Anschluss zu verlieren – selbst wenn die Werkzeuge längst im Unternehmen verfügbar wären.
Rahmeninfos: Die BearingPoint-Studie & das Unternehmen
Die Analyse basiert auf knapp 400 C-Level-Befragungen, ergänzt um Tiefeninterviews mit Transformationsexpert*innen aus unterschiedlichen Industrien. Sie leuchtet aus, welche zentralen Weichenstellungen – von Vorstandsebene bis zum Alltag – nötig sind, um im KI-Zeitalter nicht an Schwung zu verlieren und wirklich zukunftsfähig zu werden.
Mit mehr als 15.000 Beschäftigten global berät BearingPoint einige der größten Unternehmen weltweit, kombiniert Praxis-Know-how mit Innovationsgeist und gilt als einer der digitalen Vordenker Europas. Weitere Infos und Impulse gibt’s z.B. hier bei BearingPoint.
Die BearingPoint-Studie illustriert eindrucksvoll: Europäische Unternehmen stehen an einem Wendepunkt, an dem nicht nur technologische Neuerungen wie KI, sondern vor allem eine neue Unternehmenskultur, flexible Strukturen und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung gefragt sind. Weniger als fünf Prozent der Organisationen haben diesen Schritt bereits vollzogen und profitieren dadurch von schnelleren Entscheidungswegen, mehr Datenpower und stärkeren Teams. Im schnellen Wandel der Märkte geht es nicht mehr nur um Effizienz, sondern darum, eine lernende, bewegliche Organisation zu schaffen, die Menschen und Technologie sinnvoll verbindet. Aktuelle Marktanalysen betonen zudem, dass der Innovationsdruck durch KI und Digitalisierung nicht nachlässt: Unternehmen, die in Bildung, offene Kultur und Führung investieren, werden als Gewinner der Transformation betrachtet. Zeitgleich gibt es warnende Stimmen, dass ohne gezieltes Upskilling, Diversität und eine aktiv gestaltete Führungskultur digitale Großprojekte oft im Sande verlaufen. Branchenübergreifend zeigt sich, dass vor allem der Mittelstand noch mit Kulturwandel und Governance-Fragen ringt – Stichwort Mut zu Experiment und Scheitern.