Ein zweiter Frühling fürs Unternehmen: Wie Private Equity Unternehmern zu neuer Liquidität verhelfen kann

London – Viele Unternehmer haben ihr gesamtes Vermögen im eigenen Geschäft gebündelt – das birgt Chancen und Risiken. Ein Verkauf ist jedoch selten die Wunschlösung, wenn man die Zügel nicht aus der Hand geben will. Warum ein anteiliger Verkauf an Private Equity gerade heute so viel mehr ist als nur eine Notlösung, beleuchtet dieser Beitrag anhand von Dr. Daniel Baade und Dyer Baade & Company.

06.07.26 16:00 Uhr | 3 mal gelesen

In den meisten Fällen hängen Selbstständige und Geschäftsführer an ihrem Lebenswerk wie an einem alten Freund – manchmal ist der Großteil ihres Privatvermögens darin gefangen. Wer irgendwann merkt, dass plötzlich Nachfolge, Wachstum oder verschiedene Ansichten unter den Gesellschaftern zur Herausforderung werden, muss reagieren. Ich habe das selbst am Rande verfolgt: Man schiebt solche Themen lange vor sich her, bis ein externer Impuls – oft gar nicht mal negativ gemeint – plötzlich alles beschleunigt. Dr. Daniel Baade, von Dyer Baade & Company, betont: "Je rechtzeitiger man sich um seine Eigentümerstruktur kümmert, desto mehr Luft hat man für schlaue Entscheidungen." Denn unter Zugzwang trifft es sich schlecht – und schon ist man blockiert. Was aber tun, wenn das Unternehmen zwar floriert, aber das Privatleben auf der Strecke bleibt oder strukturelle Veränderungen nötig werden? Der Teilverkauf kann eine erstaunlich elegante Brücke schlagen: Ohne komplett aussteigen zu müssen, verkauft man einen substanziellen Anteil an einen Private-Equity-Partner, behält aber seinen Einfluss. Ich finde diesen Ansatz spannend – so bleibt der Unternehmer an Bord, partizipiert weiter am Erfolg und tankt gleichzeitig Liquidität. Kein Wunder also, dass Dyer Baade & Company als M&A-Spezialist nicht bloß aufs schnelle Geld schielt. Im Zentrum stehen langfristige Interessen: Mehr als ein hoher Preis zählt die Architektur des Deals, die Mitbestimmungsmöglichkeiten und, klar, auch die Exit-Optionen. Viele Private-Equity-Investoren sind heute Partner, keine reinen Geldgeber – das klingt gut, aber ich habe auch schon erlebt, dass es kulturell krachen kann, wenn die Vorstellungen zu weit auseinanderliegen. Eine zentrale Komponente: das sogenannte Rollover Equity. Unternehmer behalten – freiwillig oder aus Strategie – einen größeren oder kleineren Anteil oder investieren wiederholt, auch nach dem Einstieg des Investors. Wenn das Unternehmen sich unter dem neuen Regime gut entwickelt, winken beim späteren Gesamtverkauf neue Gewinnchancen. Unternehmer bekommen auf diese Weise nicht nur Geld auf die hohe Kante, sondern auch die Möglichkeit, die nächste Wachstumsrunde aktiv mitzugestalten. Doch natürlich wird mit dem Einstieg externer Partner alles komplizierter. Neue Entscheidungsprozesse, mehr Formalitäten, klar definierte Governance-Regeln. Ich meine, ein bisschen Bürokratie gehört dazu, aber es kann auch anstrengend werden, wenn man schon immer lieber "aus dem Bauch" entschieden hat. Private-Equity-Deals sind vielmehr eine Partnerschaft als ein klassischer Verkauf. Für wen eignet sich das Ganze? Besonders für stabile, berechenbare Unternehmen mit Entwicklungspotenzial und eingespielten Führungsteams. Familienunternehmen mit unterschiedlichen Gesellschafterinteressen oder Gründer, die expandieren wollen, profitieren oft von so einem Modell. Aber, und das ist wichtig, nicht jedes Unternehmen passt. Wer alles allein entscheiden will oder keine klaren Zahlen liefern kann, sollte vielleicht noch die Hausaufgaben machen. Und fair ist: Der schönste Kaufpreis nützt wenig, wenn sich Unternehmer und Investor ständig gegenseitig auf die Zehen treten. Ein gutes Geschäft ist dann gelungen, wenn Struktur, Governance, Preis und persönliche Ziele im Gleichklang sind. Wie das funktionieren kann, zeigen die Beispiele Clifton Asset Management und Kestrel Capital aus der Beratungspraxis – sehr unterschiedliche Konstellationen, aber in beiden Fällen wurde der Übergang zur nächsten Wachstumsphase gemeistert. Das Fazit bleibt persönlich: Der Teilverkauf ist weder Verlegenheitslösung noch goldener Schlüssel für jedes Unternehmen. Es ist eine bewusste, maßgeschneiderte Strategie zwischen Unabhängigkeit, Wachstum und Absicherung. Wichtige Fragen lauten dabei: Wie viel will ich heute absichern? Welche Rolle spiele ich morgen im Unternehmen? Wie viel Risiko ist noch gut für mich? Und wer kann mich partnerschaftlich auf dem Weg begleiten? Nicht der Preis allein entscheidet, sondern die Gesamtheit der Faktoren legt die Basis für einen echten zweiten Unternehmens-Frühling.

Private Equity als Teilverkauf bietet Unternehmern einen Weg, sowohl Liquidität zu schaffen als auch die Kontrolle über ihr Lebenswerk teilweise zu behalten und an weiterem Wachstum mitzuwirken. Anders als beim vollständigen Verkauf bringt der Teilverkauf oft einen wertvollen Knowledge- und Kapital-Transfer, wie z.B. durch Rollover Equity, und setzt neue Managementimpulse für die nächste Expansionsstufe. Damit ist das Modell besonders für Unternehmen geeignet, die klare Strukturen, Wachstumsziele und ein belastbares Management haben – für andere kann es aber schwierig sein, da Investoren klare Erwartungen an Transparenz, Rendite und Exit-Möglichkeiten stellen. Recherchiert man aktuell, zeigt sich: Das Interesse an Teilverkäufen und Private Equity hat zuletzt zugenommen, da viele mittelständische Unternehmen in Europa und vor allem in Deutschland sich strategisch aufstellen müssen, um mit globalen Investitionen und dem immer stärken Innovationsdruck Schritt zu halten. Laut mehreren deutschen Wirtschaftsmedien sind insbesondere Transaktionen im Familienunternehmen-Bereich aktuell, wobei neben der reinen Kapitalbeschaffung zunehmend auch Know-how-Transfer sowie die Sicherung von Nachfolgeregelungen im Fokus stehen. In einigen Branchen – etwa IT, Gesundheit und spezialisierte Produktion – wird zudem gezielt auf Buy-and-Build-Strategien gesetzt, um schnell neue Märkte zu erschließen und Synergien zu realisieren.

Schlagwort aus diesem Artikel