Eli Lilly zieht geplanten Mega-Investitionsplan für Deutschland drastisch zurück

Der US-Pharmariese Eli Lilly kürzt seine ursprünglich angedachte 2,3-Milliarden-Euro-Investition für die Produktion neuer Abnehm-Medikamente im rheinland-pfälzischen Alzey um die Hälfte.

heute 18:21 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Aussagen von CEO Dave Ricks, die dem "Handelsblatt" vorliegen, steht der einst medial gerühmte Milliarden-Deal mittlerweile nur noch zur Hälfte in Aussicht. Nach bisherigen Angaben hat Eli Lilly über eine Milliarde Dollar bereits in das Vorhaben gesteckt. Die hochmoderne Produktionsanlage soll – wenn auch stärker geschrumpft – weiterhin 2027 an den Start gehen. Allerdings werden statt ursprünglich 1.000 wohl nur noch etwa 500 Arbeitsplätze entstehen. Die restlichen Investitionsgelder dürften, wie Ricks anmerkt, nach Pennsylvania wandern oder in einen noch zu benennenden neuen Standort investiert werden. Auf Europa wolle man zwar nicht gänzlich verzichten, aber „die USA machen einfach mehr Sinn“, so der Tenor aus dem Konzern. Hintergrund sei das von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Spargesetz, das die Rahmenbedingungen für die Pharma-Branche verschärft. Ricks ist überzeugt: Deutschland stürze beim Thema Standortfreundlichkeit für die Gesundheitsindustrie auf einen hinteren Platz in Europa. Man überlege sogar, neue Medikamente gar nicht mehr in Deutschland einzuführen, falls das Umfeld so schwierig bleibe. Sollte der Marktzugang nicht mehr lohnen, werde man das zumindest offen kommunizieren. Das klingt schon beklemmend – und ehrlich gesagt irgendwie wie ein kleiner, abgewürgter Zukunftstraum.

Eli Lilly reduziert seine geplante Investition in Alzey laut Handelsblatt-Angaben deutlich, halbiert die Summe und streicht 500 Jobs. Hauptgrund ist das von der Bundesregierung geplante Spargesetz, das Bedingungen für die Pharmaindustrie verschärft und den deutschen Standort laut Konzernchef Ricks zunehmend unattraktiv macht. Die von Deutschland gestrichenen Mittel könnten stattdessen in die USA fließen, während Eli Lilly sogar erwägt, neue Medikamente künftig nicht mehr in Deutschland auf den Markt zu bringen. Neuere Recherchen zeigen, dass die Diskussion um Arzneimittelpreise und innovative Therapien derzeit in Europa an Dynamik gewinnt: Neben Eli Lilly zögern laut Süddeutscher Zeitung auch andere Pharmaunternehmen mit Investitionen in Deutschland wegen der politischen Unsicherheiten und strikter Preisregulierung. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen führen dazu, dass Investitionen nun vermehrt in die USA oder andere Märkte umgelenkt werden, wo staatliche Unterstützung und marktwirtschaftliche Freiheiten als vorteilhafter angesehen werden. Parallel mahnen Branchenverbände und Analysten, Deutschland riskiere den Anschluss im internationalen Innovationswettlauf, was sich langfristig auf Arbeitsplätze und medizinische Versorgung auswirken könnte.

Schlagwort aus diesem Artikel