Nach langem Hin und Her hat sich die EU zu einer Öffnung ihrer Förderungspolitik für Autos aus Großbritannien, Japan und Südkorea durchgerungen, insbesondere um Lieferketten zu sichern und politische Konflikte zu vermeiden. Bisher galten strenge "Buy European"-Regeln, die Steuervorteile und Vorteile bei Staatsausschreibungen nur für Fahrzeuge gewährten, die wirklich in der EU gebaut wurden. Durch den neuen Status als 'Trusted Partner' können Unternehmen aus den drei Ländern teilnehmen, was vor allem wegen massiver Lobbyarbeit von Nissan und politischer Diplomatie auf höchster Ebene ermöglicht wurde. Sinn der Neuregelung ist übrigens nicht nur Nostalgie für die alten Supply-Chain-Tage, sondern schlicht knallharte Industriepolitik – Stichwort Standortwettbewerb. Nissan hatte offen mit Werksschließung gedroht, sollte der Status Quo bleiben. Hintergrund war auch der Druck, die weiterhin eng verflochtenen Liefer- und Produktionsketten zwischen den Regionen nicht zu zerreißen. Neue Entwicklungen: Laut Recherchen aus verschiedenen Medien diskutiert die EU aktuell zudem über Bedingungen, die den Partnerschaftsstatus ständig an Reformen und Nachhaltigkeitsziele knüpfen könnten. (Weitere Ergänzung durch Recherche:) Nach aktuellen Berichten steht die Entscheidung der EU politisch unter enormem Druck, da die Automobilbranche in Europa gerade mit massiver Konkurrenz, u.a. aus China, ringt. Die süddeutsche.de berichtet, dass Hersteller unter anderem bei Batterielieferungen und Technologie auf enge Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern angewiesen sind – die neue Regelung solle verhindern, dass die europäische Industrie ins Hintertreffen gerät. Deutsche und französische Hersteller hatten demnach signalisiert, dass nur eine offene Lösung wirtschaftlich sinnvoll bleibe.