Parallel zum Wirtschaftsabkommen wurde auch eine strategische Partnerschaft für Sicherheit und Verteidigung öffentlich gemacht. Das Handelsabkommen sieht unter anderem vor, Zölle sukzessive beiderseits abzuschaffen – praktisch gesprochen bedeutet das: Produkte könnten für Verbraucher und Unternehmen günstiger und vielfältiger werden als bisher. Dazu kommen Innovationen bei Dienstleistungen und Erleichterungen für Direktinvestitionen. Laut Kommission könnten die EU-Exporte binnen zehn Jahren um bis zu ein Drittel steigen, bei einem jährlichem Exportvolumen von fast 18 Milliarden Euro. Besonders in Sachen Milch, Autos und Chemikalien sollen die Geschäfte brummen – teils mit Zuwachsraten, die jenseits der 40 Prozent liegen. Auch Investitionen der EU in Australien könnten laut Prognosen beinahe verdoppelt werden.
Von der Leyen erklärte, dies sei mehr als Handel: Beide Seiten seien zwar geografisch Welten entfernt, aber in puncto Werte und Ziele auf Augenhöhe. Gemeinsame Standards, Strategien und Verteidigungsmaßnahmen würden nun fest verankert. Bald sollen die Details öffentlich gemacht und in die politischen Entscheidungsprozesse eingespeist werden – erst prüft die EU, dann unterschreiben beide Seiten, im Anschluss kommt das Ratifizierungsverfahren. Sobald Australien ebenfalls formell zustimmt, tritt der Vertrag in Kraft. Auf Worte müssen nun also Taten folgen.
Der zwischen der EU und Australien ausgehandelte Deal ist mehr als nur ein klassisches Freihandelsabkommen. Die enthaltene Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft zeigt, wie weit beide Regionen ihre Kooperation ausbauen wollen – von Ökonomie bis Geopolitik. Neu recherchiert: Die jüngsten Stellungnahmen aus Australien betonen besonders den Wert gemeinsamer Umweltstandards und nachhaltiger Investitionen. Außerdem gibt es von Gewerkschaften und Landwirten Kritik, etwa an möglichen Dumping-Problemen oder ungleicher Liberalisierung. Noch liegen nicht alle Karten auf dem Tisch – Details zum Umsetzungszeitplan und die Abstimmung im Europäischen Parlament könnten zu weiteren Debatten führen. Indes werten Ökonomen das Abkommen als wichtigen Schritt, um Chinas wachsenden Einfluss im Indopazifik auszugleichen und EU-Unternehmen neue Märkte zu erschließen.